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Der Verf. unternimmt hier das Wagnis, die außergewöhnliche Heilung der Gottliebin Dittus durch den älteren Blumhardt — die sich vor einem Jahrhundert (1842/43) in dem kleinen schwäbischen Dorf Möttlingen ereignete, unter dem erst geradezu unfreiwilligen, dann aber immer entschlosseneren Einsatz Pfarrer Joh. Chr. Blumhardts — und die dazu führende Geschichte des zweijährigen Kampfes mit psychiatrischen und tiefenpsychologischen Methoden zu untersuchen, ohne dabei die echten Glaubenserfahrungen, die hinter dem ganzen Erleben stehen, entkräften zu wollen. Eine solche Auseinandersetzung muß notwendigerweise zu starken — vielleicht nicht überbrückbaren — Spannungen führen zwischen glaubensmäßiger Erfahrung und wissenschaftlichem Denken.
Der Verf. läßt uns nicht im unklaren über seinen eigenen Standort. Von hier aus schildert er, gestützt auf die Krankengeschichte der Gottliebin Dittus nach einem Bericht Blumhardts vom August 1844 an die Oberkirchenbehörde, das königliche Konsistorium von Württemberg (J. Chr. Blumhardt ‚Krankheitsgeschichte der Gottliebin Dittus‘, 1850. Neuausgabe Brunnenverlag Basel) diesen „Heilungskampf“, der „für den Protestantismus weithin ein Zeugnis göttlicher Führung, gleichsam ein ‚neues Stück biblischer Geschichte‘ in unserer glaubensarmen Zeit geworden ist“, berücksichtigt dabei aber in vollem Umfang die damalige geistige Situation. Blumhardt mußte aus ihr heraus irrige, zeitgebundene Schlüsse ziehen — besonders im Bereich der Dämonenerscheinungen — diese hindern ihn aber nicht, das Wesentliche zu erfassen und eine Heilung zu erzielen. Seine echt religiöse Haltung, die sich auf die „Geistesmacht“ des Evangeliums gründet, bewahrt ihn dabei vor den Gefahren der Identifikation mit Gott und den Verstrickungen des Aberglaubens. „Das Wissen kann irren, Blumhardt irrige Schlüsse ziehen. Dennoch bleibt er geleitet. Seine Richtung, das Ziel, bleiben unbeirrt.“
„Diese Vertiefung führt aber in ein weites Feld des Unerforschten — der Grenze“, und manches, wa