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Die Arbeit bringt für die psychosomatische Medizin einen sehr dankenswerten klinisch-experimentellen Beitrag. Verfasser machte bei 53 Kranken, deren Operation geplant war, EKG-Untersuchungen am Tag vor der Operation, unmittelbar vor der Operation, in der Narkose und am Tag nach der Operation. Bei 24 von den 53 mit wenigen Ausnahmen herzgesunden Patienten traten auf dem Operationstisch vor Einleitung der Narkose wesentliche Abwandlungen des EKG-Kurvenverlaufes gegenüber dem Vortag auf. In über der Hälfte der Fälle mit Veränderungen handelte es sich um jugendliche Patienten unter 30 Jahren, die post op. auch ein rasches Verschwinden der pathologischen Kurven zeigten. Dagegen sind von 11 Kranken mit pathologischen Ausgangs-EKG die auf dem Operationstisch aufgetretenen Veränderungen in 3 Fällen bestehen geblieben. Am regelmäßigsten war die Endschwankung der Kurve betroffen (Senkung von ST, negativ werdendes T), aber auch P-Veränderungen wurden beobachtet und Zuspitzung der T-Zacken. Die ersteren entsprachen dem Typ der endocardialen Ischiämie, die letzteren boten die bei sympathicotonen Zuständen beobachteten Zeichen. Verfasser führt diese EKG-Veränderungen auf die ängstliche Erwartungsstimmung vor der Operation zurück und erklärt diesen Mechanismus — nach Diskussion tierexperimenteller Untersuchungen — durch eine unter dem Einfluß der Angst ausgelöste Sympathicusreizung (via Hypothalamus) und deren durch Adrenalin-Ausschüttung bedingte mittelbare und unmittelbare Wirkung am Herzmuskel.
Bedeutsam für die psychosomatische Arbeit erscheinen die zwei vom Verfasser genannten Schlußfolgerungen. Die bei Patienten mit neurocirkulatorischer Asthenie beobachteten EKG-Veränderungen stellen nicht einen von der oft zugrundeliegenden Angstneurose unabhängigen Befund dar, sondern haben ihre Ursache in der Störung des vegetativen Gleichgewichts dieser Kranken. Die Beobachtung, daß bei 3 Patienten mit pathologischem Ausgangs-EKG die unter der Angst aufgetretenen Veränderungen nicht mehr