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Psychotherapie ist angewandte Psychologie, ist also eine Teildisziplin dieser Wissenschaft. Als solche soll sie sich zunächst um eine psychologische Analyse der Phänomene bemühen. Das psychologische Instrumentarium der Assoziationspsychologie erwies sich dieser Aufgabe gegenüber als unzureichend. Die „Gestaltanalyse“ wird dem Gegenstand gerecht. „Gestalt“ im psychologischen Sinne ist, „jedes von einem Hintergrund sich abhebende, gegliederte und transponierbare
Ganze als phänomenale Gegebenheit, als Erlebnisbestand.“
Es wird auf den ersten bedeutenden Versuch dieser Art, die Daseinsanalyse Binswangers hingewiesen, die als „Gestaltanalyse des Daseins“ bezeichnet werden könnte. Verfasser erhebt einen bescheideneren Anspruch. Die Möglichkeiten psychopathologischer Gestaltanalyse werden aufgezeigt an Hand dreier Einzelbeobachtungen. So werden analysiert: ein Fall einer gestörten Wortfindung, das Phänomen der wahnhaften Personverkennung und eine abnorme Erlebnis-reaktion. Die experimentelle Methode kommt hierbei im praktischen Vorgehen, wie es der gestaltanalytischen Richtung der Psychologie entspricht, zu großer Bedeutung. Wo sich diese Methode nicht durchführen läßt, etwa beim Wahnkranken, mit dem man nicht psychologisch experimentieren könne, gelingt es dem Verfasser doch von allgemein bekannten psychologischen Gesetzmäßgkeiten her, den Einzelfall im gestaltanalytischen Sinne zu interpretieren. Verfasser ergänzt, wo es notwendig erscheint, seine Analysen durch Betrachtungen über die Persönlichkeitsstruktur der Patienten, wie sie sich aus den biographischen Daten und verschiedenen klinischen und psychologischen Testuntersuchungen darstellt.
Die Kasuistik bringt ein sauberes und exaktes Beispiel „mikropsychologischer“ Beobachtung und Beschreibung. Besonders die Lektüre der Analyse der abnormen Erlebnisreaktion wird für den Tiefenpsychologen von Gewinn sein. Hier werden wertvolle Hinweise zur weiteren Vervollkommnung der psychoanalytischen Anamnesen gegeben. Vor allem lei