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In der vorliegenden Arbeit versuchen wir, die sechsmonatige Psychotherapie einer Schizophrenen kurz zu schildern. Bei der Patientin handelt es sich um eine 54 jährige Frau, deren Psychose sich nach schleichender jahrelanger Wesensveränderung schließlich akut manifestierte und sich rasch zu einem dement anmutenden Zustandsbild entwickelt hatte.
Unserer Krankengeschichte lassen wir folgende Bemerkungen vorangehen:
Die Persönlichkeitsprofile im Familienbild der Kranken wurden skizziert teils auf Grund eigener, persönlicher Unterredungen mit den betreffenden Verwandten, teils und vor allem an Hand unserer Analyseergebnisse. Kurze Unterredungen mit den Verwandten halfen uns, das von der Kranken entworfene Lebensbild zu berichtigen oder zu ergänzen. Für das Verstehen der Krankheitsdynamik erschien uns das „innere“ Elternbild der Kranken noch wichtiger als die Zusammenstellung „objektiver“ Familienauskünfte. Die Frage aber nach der kausalen Bedeutung der Milieustruktur für die Schizophreniegenese gehört nicht zum Gegenstand dieser Arbeit. Wenn unsere Darstellung trotzdem manchmal den Eindruck erwecken sollte, als ob wir die Psychogenese der Krankheit für bewiesen halten würden, so sei hier ausdrücklich erwähnt: in unserer Darstellungsweise drücken sich lediglich die Art und der Stil aus, wie wir mit der Kranken sprachen und ihre Psychose miterlebten.
Die hie und da im Text erwähnten Äußerungen der Kranken wurden nicht stenographisch registriert (was ja in dieser direkten Psychotherapie unmöglich wäre); sie sind also auch im Text nicht wörtlich zitiert. Da ich aber nach jeder Stunde die wichtigsten Stellen des Dialogs schriftlich niederlegte, sind die Zitate sinngemäß zuverlässig; sie geben auch den Ausdrucksstil der Kranken annähernd getreu wieder. Allein sie erscheinen in der nachträglichen sinngemäßen Übersetzung viel weniger zerfahren, als sie es in Wirklichkeit waren. Daß somit etwas — gerade das „Unverständliche“ oder anders Verstehbare — verlorengeht, leucht