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Bevor ich mich der soziologischen Betrachtung des Vaterproblems zuwende, bedarf es einiger grundlegenden Ausführungen: und zwar erstens über die Unterschiede der soziologischen und psychologischen — speziell sozialpsychologischen — Betrachtungsweise, zweitens über die strukturellen Unterschiede der menschlichen Bereiche, auf die einerseits die Psychologie, andererseits die Soziologie primär bezogen sind. Denn beide Bereiche — dort das menschliche Seelenleben, hier die geschichtlichen Sozialgebilde — gehen nicht auseinander hervor, sie sind nicht aufeinander reduzierbar, sie sind vielmehr jeder in sich von eigener Art und Struktur. Sie sind aber wesensmäßig aufeinander hingeordnet und stehen in polarer Wechselwirkung zueinander.
Daraus ergibt sich folgendes: wenn sich die Psychologie mit den Einwirkungen der Sozialgebilde und ihrer Prozesse auf das Seelenleben befassen, also Sozialpsychologie sein will, dann muß sie zunächst von der Eigenständigkeit der sozialen Bildungen und Prozesse ausgehen und die Zuständigkeit der Soziologie für ihre adäquate Erkenntnis anerkennen. Gewisse psychologistische Richtungen sind aber umgekehrt verfahren: schon Herbert Spencer versuchte, die Soziologie psychologisch zu unterbauen. Insbesondere aber um die Jahrhundertwende hat es nicht an Versuchen gefehlt, auf die Soziologie hin eine Instinkt- und Trieblehre aufzubauen und das soziale Leben aus Kombinationen „fundamentaler Triebe oder Instinkte“ zu erklären. Ich erinnere vor allem an McDougall. Diese Versuche sind gescheitert. Es hat sich nämlich deutlich erwiesen, daß alle menschlichen Institutionen, auch