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Wie Harvard in der riesigen Anzahl amerikanischer Universitäten doch auf wichtigen Gebieten führend ist, so ist wiederum an dieser Universität Harvard, welche die Größe der Göttinger Universität hat und übrigens hundert Jahre älter ist als diese, das neue Department of Social Relations zweifellos ein Sammelpunkt der intellektuellen Studenten. Dieses Department, das erst seit 1946 besteht, wurde gefördert von James Bryant Conant, der die Geschicke Harvards zwei Jahrzehnte lang in Händen hielt. Dann aber sind große Geldmittel der mächtigen Rockefeller-Stiftung und Carnegie-Stiftung in verschiedene Forschungsunternehmen geflossen, durch welche das Department of Social Relations heute zu einer vieldiskutierten, prototypischen Erscheinung im amerikanischen Universitätsleben, und im Geistesleben der USA der letzten sieben Jahre schlechthin, geworden ist. Die einen sehen hier den Geist des „progressiven“ Amerika am Werk. Die anderen glauben, daß dort ein Gehirn-Trust am Werke ist, um jenen schrecklichen Homunculus zu erzeugen, dessen Benennung schon den Europäer wie eine Kafkasche Unheimlichkeit berührt, den social engineer, den „Sozial-Ingenieur“.
Was ist nun dieses Department of Social Relations? Der Name verrät dem europäischen Ohr zweifellos nichts von seinem wahren Wesen. Unser politisierter Begriff „sozial“ enthält wenig von dem Reichtum der Kategorie „social“ im amerikanischen Wortgebrauch. Sind doch die „Social Sciences“, die Sozialwissenschaften, neben der Naturwissenschaft — „Science“ — und den Geisteswissenschaften — „Humanities“ — der dritte gleichberechtigte Komplex von Wissenschaften, in welche sich die amerikanische universitas, sehr im Gegensatz zur europäischen, gliedert.
Einigen Aufschluß gibt die Entstehung des Department of Social Relations. Sie geht auf die Spaltung des Psychologie-Departments in Harvard zurück. Dort existiert heute eine große Abteilung mit einzigartigen Laboratorien, in denen Psychologie rein als Naturwissenschaft mit experimentell mess