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Jeder Lernende in unserem Fach stellt irgendwann einmal an einen Erfahrenen die Frage: „Ist Psychotherapie lehrbar?“ Es ist die Grundfrage, mit der er sich überhaupt auf die Suche nach einem solchen Erfahreneren begibt.
Wir wollen uns hier diese Frage zu eigen machen und eine Überlegung darüber anstellen, wie man eigentlich Psychotherapie „lernt“ bzw. lernen kann, und — im engsten Zusammenhang damit — wie man sie zu lehren hat. Im Zuge dieser Überlegung ist ein Stückchen Philosophie nicht vermeidbar: jede Methodenlehre macht Anleihen bei der Philosophie, sobald sie sich auf sich selber zu besinnen beginnt.
Was ist eigentlich lehrbar? Orientieren wir uns zunächst einmal am Elementarsten! Ein Schüler der ersten Grundschulklasse lerne schreiben. Was geschieht da? Nehmen wir an, unser kleiner Junge sei ein blutiger Anfänger. Er lernt zuerst das deutsche kleine i schreiben. Wie lernt man schreiben? Es gibt da einige Grundelemente, die beim Schreibenlernen eine Rolle spielen. Das wichtigste dieser Elemente ist, daß etwas gemacht werden soll, was zuvor noch nicht gekonnt war. Beachten wir das Wort „machen“: ein Machen, ein Tun ist es, das erlernt werden soll. Das zweite Element, das für das Schreibenlernen kennzeichnend ist, ist das Vorbild. Das kleine i, das unser ABC-Schütze schreiben lernen soll, steht an der Tafel. Es ist ein Bild, das der Schüler nachbilden, nachmachen soll. Ist der Lehrer einigermaßen für seine Aufgabe gerüstet, so wird er es allerdings bei dem Bild des Buchstabens an der Tafel nicht bewenden lassen. Er wird den Buchstaben selber vormachen, der Schüler muß sehen, wie man es macht, um ein i hervorzubringen: den Aufstrich, den Grundstrich, den zweiten Aufstrich und den Punkt. In dieser Reihenfolge wird der Lehrer das i vormachen, und die Hand unseres Jungen wird sich bemühen, es ihm gleichzutun, so gut es eben geht.
Wird der Lehrer sich damit zufrieden geben, daß sein Schüler ein einziges i nachmacht? Gewiß nicht! Er wird sich vielmehr geduldig darein fin