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Psychotherapeutisches Wirken ist ein Prozeßgeschehen zwischen zwei menschlichen Individuen, die wir nur unvollkommen kennen. Dadurch bedingt ist Tiefenpsychologie nicht frei von Metapsychologie geblieben. Voreilige Theorienbildung und anthropologischer Positivismus haben sich ausgebreitet. Das elementare Bedürfnis unserer ratio, sich rasch begrifflich festzulegen, hat sich für unsere Theorie und Praxis störend ausgewirkt.
Festzustellen, daß man nur wenig über den Menschen wisse, muß nicht heißen, es müsse so bleiben. Für den Anteil an unserer theoretischen und praktischen Arbeit, der Wissenschaft heißen darf und muß, ließe sich mehr tun, als gemeinhin zu geschehen pflegt. Wie sieht es denn in unserer Grundlagenforschung aus? Wie auffallend wenig in der deutschen psychotherapeutischen und tiefenpsychologischen Forschung unserer Tage geschieht und warum das so sein mag, soll hier nicht verfolgt werden. Aber ich möchte auf eine Haltung hinweisen, die einen Fortschritt innerhalb des Aufklärbaren und Aufklärnotwendigen offenbar laufend verhindert.
Keineswegs soll bestritten werden, daß gerade die Forschung gegenüber dem Menschen leicht in Gefahr gerät, in ungeschickter Weise ein empfindliches Feld zu entstellen. Man kann diesem Fehler vorbeugen, indem man den Menschen selbst als Empfänger ins Untersuchungsfeld einführt und im Umgang mit Untersuchungsund Behandlungspersonen immer noch sensibeler operiert. Jedenfalls gehört es hier zur Grundlagenforschung, sich über die eigenen Auswirkungen jede nur mögliche Klarheit zu verschaffen, ganz wie man auch nichts unversucht läßt, hinter die Struktur seines Gegenübers zu kommen. Dazu gehören, soweit man Menschen behandelt, genauere Untersuchungen über die Methodik und den Behandlungsprozeß.
Wenn wir uns einmal von allen schulischen und persönlichen Schematismen zu lockern versuchen, wird darüber Einigkeit zu erzielen sein, daß wir über den psychotherapeutischen Prozeß — wie über zwischenmenschliche Aust