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Das 1939 in der ersten Auflage unter dem Titel „Psychotherapie — eine Wissenschaft!“ erschienene Buch ist von Meinertz mit einer Reihe von Ergänzungen und Verbesserungen ausgestattet worden. Insbesondere hat Meinertz den Abschnitt über die Beziehungen zwischen Tiefenpsychologie und Existenzphilosophie wesentlich erweitert. Bei der Bedeutung dieses Buches für die wissenschafts-theoretische Fundierung der Tiefenpsychologie und Psychotherapie ist das Bedürfnis entstanden, das Werk noch einmal ausführlich im Ganzen zu referieren.
Der Titel „Psychotherapie als Wissenschaft“ läßt zunächst die Frage stellen: Welche Art „Psychotherapie“ ist gemeint? Die „zudeckende“ Therapie, die Suggestivbehandlung im weitesten Sinne, bleibt außer Betracht. Meinertz denkt an die Psychotherapie „wo wir versuchen, die der Krankheit zugrunde liegenden Konflikte zum Zwecke der Heilung aufzulösen“. Wo ist also der wissenschaftliche „Ort“ dieser Psychotherapie? Mit der bisherigen wissenschaftlichen Haltung können wir die seelischen Vorgänge nicht erfassen, ohne daß diese „ihrer Seinsart entfremdet und völlig entwest und denaturiert“ werden. „Somit stehen wir vor der Wahl, das Seinsgebiet, das uns als Psychotherapeuten angeht, entweder von der wissenschaftlichen Erfassung auszuschließen und wie ein Schiff ohne Steuer treiben zu lassen oder andere Arten der Erfassung von Seelischem ebenfalls als wissenschaftlich anzuerkennen: Kurz, den Seinsbereich der Wissenschaft zu erweitern.“
Hier beginnen schwierige erkenntnistheoretische Überlegungen. Das adäquate Erfassen seelischer Prozesse erfordert die Handhabung nicht nur rationaler Erkenntniskategorien, sondern auch irrationalen „Seelenkräften“ entstammender kognitiver Funktionen.
Es geht M. um den Versuch, das “symbolische Denken“ „im Bezirke wissenschaftlicher Betrachtung anzusiedeln“. Dabei entsteht die Frage, was für eine Wirklichkeit wird durch das Symbol erfaßt? M. greift die Klagessche Lehre von der „Wirklichkeit“ der Bilder auf. Und er nimmt eine