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Leibbrand will — der Richtung des Spaniers Lain-Entralgo folgend — sich nicht auf ein Kompendium der Medizingeschichte unter Berücksichtigung der Kultur- und Zeitgeschichte beschränken, sondern der eigentlichen Problemgeschichte innerhalb der Entwicklung der Medizin nachgehen; er betont sein ausgesprochen interpretatives oder hermeneutisches Anliegen. In der Auffassung der Medizin als reiner Naturwissenschaft sieht er eine unstatthafte Verkürzung. „Medizin ist nur zum Teil Naturwissenschaft, ist vor allem eine Kunde vom Menschen. Der Mensch ist geistiges Wesen. Er nimmt zumindest akzidentell am ‚objektiven Geist‘ teil“. Von daher rechtfertigt sich eine geisteswissenschaftliche Methodik der Medizingeschichte.
Das Werk gliedert sich in vier Teile: Der erste schildert „Die Heilkunde in Hellas und Rom“, in ihrem Gange von Mythos und Theurgie über die Begriffsbildung und grundlegenden wissenschaftlichen Ansätze bei Hippokrates,