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Diese Biographie des Schweizer Psychiaters August Forel ist mehr als ein Lebensbericht. Der Verfasserin, die Schülerin des Medizinhistorikers Leibbrand ist, gelang es in vorbildlicher Weise, die Gestalt dieser reichen, vielseitigen und zwiespältigen Persönlichkeit auf dem geistesgeschichtlichen Hintergrund des 19. Jahrhunderts sichtbar werden zu lassen. Dadurch steht die Arbeit hoch über den zahlreichen modernen Arztbiographien und Autobiographien. Die Kindheit des aus alteingesessener westschweizer Familie stammenden Knaben wird von der düsteren, von steten Gewissensqualen heimgesuchten frommen Mutter bestimmt. Er wird sich trotz späterer bewußter Emanzipation nie ganz vom calvinistischen Praedestinationsglauben freimachen können. Er bricht wieder durch in seiner Überzeugung von der dominierenden Macht des Keimplasmas und seiner Theorie von der Blastophthorie, (worin sich das religiöse Dogma der Erbsünde inkarniert hat). Schon früh beginnen Glaubenszweifel, und mit 14 Jahren verweigert er die Konfirmation wegen Glaubensunfähigkeit. Seine Naturliebe führt ihn zur Beschäftigung mit den Ameisen, die er zeitlebens der menschlichen Gesellschaft als Vorbild entgegenhält. Entscheidend wird ihm dann die Begegnung mit Darwin, sein Werk befreit ihn von allen „Hirngespinsten wie Himmel, Hölle und Ewigkeit,“ unter denen