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Die medizinische Forschung hat in ihrer intensiven Bemühung um die Aufklärung der somatischen „Ursache“ der Eklampsie bisher keine befriedigenden Ergebnisse gebracht. Das „Eklampsiegift“, seine Entstehung wie auch seine schädigende Wirkung sind noch ungeklärt geblieben. Diese Tatsache veranlaßte den Verfasser, neben den ohne Zweifel weiterhin notwendigen bisherigen Untersuchungsrichtungen neue Gesichtspunkte zur Erforschung des Eklampsieproblems heranzuziehen. In der vorliegenden Arbeit stellt er seine gewonnenen Ergebnisse zur Diskussion.
Wir sehen den Versuch, in die Pathogenese der Schwangerschaftstoxikosen das Subjekt (v. Weizsäcker) mit einzubeziehen, den Menschen als Mitwirkenden in seiner Krankheit darzustellen. Den somatischen Phänomenen der Schwangerschaftstoxikose (Eklampsie) und ihren sehr viel häufigeren Vorstadien liegt nach Ansicht des Verfassers eine allergische Reaktion des mütterlichen Organismus zugrunde, wobei erste, kurzdauernde neurovegetative Störungen als „Schockfragmente“ einige Stunden nach der erfolgten Copulation von Ei und Samenzelle beobachtet werden. Damit ergibt sich die Frage nach der Rolle des männlichen Spermas in der Toxinsynthese. Beobachtungen aus den beiden Kriegen (z. B. 1916 durch A. Mayer) ließen die Vermutung zu, daß sexuelle Abstinenz mit ihrer Verhinderung gehäufter Spermaimprägnation während der Schwangerschaft an dem Sinken der Eklampsiemorbidität mitbeteiligt sei, und Verfasser berichtet über eigene Erfahrungen, in denen er vor dem Ausbruch toxischer Zustände folgende Faktoren feststellte: längere, kriegsbedingte sexuelle Abstinenz; eine situativ bedingte psychische Alteration und in kurzer Frist erfolgte gehäufte Spermaimprägnation und Resorption. Dabei weist er auf die Bedeutung psychischer Einflüsse für die Auslösung allergischer Reaktionen hin. In Verfolgung seiner Überlegungen befragte Verfasser über 800 toxikosekranke Frauen nach ihrer Einstellung gegenüber dem ehelichen Consens bei bestehender Schwangerschaft. Dab