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Die Würdigung einer Heilkunst wie der psychosomatischen Medizin, die sich als harmonischer Ausdruck von verstandesmäßig-quantitativem und einfühlend-qualitativem Erfassen des Menschen zugleich ebensowenig nur naturwissenschaftlich als nur durch Philosophie oder Theologie erschließen läßt, erscheint erst dann wesensgemäß, wenn sie deren lebendiger Schöpfungsgeschichte zu folgen vermag. Im Rahmen eines kurzen Referats läßt sich eine derartige Aufgabe nicht befriedigend lösen, es sei denn, man beschränke sich örtlich und zeitlich auf ein begrenztes Gebiet. Aus solcher Beschränkung heraus aufs Allgemeine weisen zu wollen, ist freilich gefährlich, und so wäre unser Beitrag kaum zustande gekommen, schiene nicht gerade in Zürich die Entwicklung der psychosomatischen Medizin dank glücklicher Umstände als lokales Beispiel zur Darstellung besonders geeignet. Wir haben uns mit über hundert Beiträgen zum Thema beschäftigt und wohl noch immer nicht alle erfaßt. Da uns an einer plastischen Übersicht liegt, möge die Nichtberücksichtigung einzelner Arbeiten toleriert werden. Wir möchten auch nicht den Eindruck erwecken, daß Zürich sich in unserem Lande einen ungebührlichen medizinischen Vorrang anmaßen wolle. Auch in anderen Teilen der Schweiz bestehen Ansätze zu einer psychosomatischen Medizin. Es ist uns vor allem auch darum zu tun, ein Licht darauf zu werfen, wie sich in der Medizin ebenso große Wandlungen vollziehen, wie etwa in der modernen Physik. (Ob freilich unter denselben Vorzeichen, bleibe dahingestellt.) — Eine besondere Hilfe bedeuteten für unsere Darstellung die beiden übersichtlichen Referate durch v. Wyß: „50 Jahre Psychophysiologie in Zürich“ und M. Bleuler: „Geschichte des Burghölzlis und der psychiatrischen Universitätsklinik“, aus denen wir stellenweise frei zitieren.
Die Atmosphäre, in welcher seit Ende des vergangenen Jahrhunderts in Zürich eine Psychophysiologie, psychoanalytische Richtungen, die Daseinsanalyse und schließlich eine alle diese Gebiete umfassend