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Das nebenstehende Bild 1 zeigt einen Knaben, der an der Hand seines Vaters dem Jahrmarktstreiben zuschaut. Er blickt gespannt und ängstlich auf das gewagte Spiel junger Leute auf der Schiffschaukel. Sein Ausdruck verrät gleichzeitig Neugier und Furcht. Einerseits reizt es ihn hinzusehen, andererseits scheint der Anblick ihn zu beängstigen und er möchte sich abwenden. Er befindet sich offenbar in einem Konflikt zwischen den beiden Tendenzen, die ihn in entgegengesetzten Richtungen ziehen.
Zudem tut er etwas, was auf den ersten Blick gar nicht zur Situation paßt, und was er offensichtlich auch gar nicht bewußt realisiert, er onaniert. Wir kennen noch eine Reihe anderer bei Kindern allgemein verbreiteter Gewohnheiten, die mit auffallender Häufigkeit im Zustand innerer Erregung ausgelöst werden und mit den jeweiligen momentanen Gegebenheiten in keinem sinnvollen Zusammenhang zu stehen scheinen; so zum Beispiel das Lutschen, Nägelbeißen, Nase- und Ohrenbohren. Auch der Erwachsene verfügt noch über eine Anzahl analoger typischer Konfliktreaktionen, von denen ich hier nur das Sich-hinter-dem-Ohr-Kratzen erwähnen will.
Tinbergen (24), der als erster auf diese Erscheinungen hinwies und sie auch näher erforschte, bezeichnet diese Art triebhafter Äußerungen als Übersprunghandlungen. Sie treten, wie er, Kortlandt (14) und Lorenz (16) in sorgfältigen tierpsychologischen Untersuchungen zeigen konnten, bei genügend starken Erregungen auf, die sich auf dem üblichen Weg nicht zu entladen vermögen, etwa weil zwei stark aktivierte Triebe sich gegenseitig hemmen. Im oben erwähnten Beispiel hemmt offenbar die Neugier den durch die Furcht ausgelösten Fluchttrieb. Die gestaute Triebenergie sucht nach einem Ausweg und entlädt sich, wie unser Bild zeigt, über Instinkte der Fortpflanzung. Die sexuelle Erregung des Knaben resultiert somit aus