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Dem Traum hat zu allen Zeiten und bei allen Völkern etwas Magisch-Faszinierendes angehaftet. Hat doch der Mensch im Traume freien und unmittelbaren Zugang zu einer geheimnisvollen Welt, die ihm normalerweise verschlossen ist und zu der er sich sonst höchstens mittels Hypnose oder bestimmter Rauschmittel einen gewissen Zutritt erzwingen kann. Wir hören von Südseestämmen, die heute noch ihrer nächtlichen Traumwelt einen höheren Wirklichkeitsgrad beimessen sollen als ihrem tagtäglichen Leben. Auch in uns sträubt sich etwas dagegen, daß diese so intensiv und so wirklich erlebte „andere Welt“ im Traume nur „Schaum“ sein sollte oder gar, wie die Wissenschaft es uns noch bis vor kurzem lehren wollte, lediglich Produkt und Ausgeburt von Körperreizen des Schlafenden. Selbst die geniale Konzeption von Freud, die diese frühere wissenschaftliche Auffassung über den Traum von Grund auf gewandelt hat, läßt die geheime Sehnsucht in uns nicht verstummen, wenigstens im Traume die Möglichkeit einer unmittelbaren Kommunikation mit jenen im Traum sich offenbarenden andersartigen, vielleicht überpersönlichen, wenn nicht gar übernatürlichen Kräften und Mächten zu haben.
Der Analytiker weiß, aus welchen archaischen Quellen solches Verlangen nach Kommunikation stammt, wie es schon in den früheren Tempelträumen seinen kultischen Ausdruck fand und wie es sich auch heute noch nicht nur in den primitiven Schichten des Volkes äußert (z. B. die nicht ausrottbaren „ägyptischen“ Traumdeutungsbücher), sondern sich sogar in der wissenschaftlichen Literatur über den Traum immer wieder verrät (wie beispielsweise unlängst wieder in dem umfangreichen Buch von Moufang-Stevens2). Ja, Freud selbst hat in seiner „Neuen Folge der Vorlesungen zur Einführung in die Psychoanalyse“3 solchen Fragen ein besonderes Kapitel („Traum und Okkultismus“) gewidmet. In seiner behutsam kritisch abwägenden Art führt er dort aus, daß zwar nicht so sehr der Traum als solcher, wohl aber unsere Art, in der wir als Analytiker deut