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Die beiden folgenden Krankengeschichten sind weniger als ein Beitrag zur Frage des Auftretens von Zwangserscheinungen bei organisch Erkrankten aufzufassen, als daß sie vielmehr die Diskussion um die dynamischen Zusammenhänge zwischen psychischen und somatischen Symptomen einen Schritt weitertreiben möchten. Die Beobachtungen über das Vorkommen von zwangsneurotischen Symptomen bei organisch Erkrankten, wie sie vor allem von F. Alexander und seiner Schule, von E. Weiß, statistisch von Shapiro, Rosenbaum u. a. berichtet wurden, machten deutlich, daß alle psychoanalytisch untersuchten Erkrankungen mit polivalenten Zwangssymptomen, aber auch mit hysterischen und phobischen Erscheinungen verknüpft sind. Mit der zunehmenden Verfeinerung der psychoanalytischen Beobachtung und Diagnostik wurden auch zunehmend genauer die vielfachen zwangsneurotischen Symptome der behandelten Patienten registriert, wobei sich die Beobachter aber bewußt waren, daß auch der sogenannte „Normale“ bzw. „Gesunde“ zwangsneurotische Züge und Haltungen aufweist, die sich oft nur unwesentlich von denen der psychoneurotisch oder organisch kranken Patienten unterscheiden. Multiple Zwangssymptome oder Zwangshaltungen wie etwa ein gesteigertes Sauberkeits- und Ordnungsbedürfnis, Pedanterie, betonte Sparsamkeit, ängstliches Festhalten an aufgestellten Regeln oder Schablonen usw. bilden noch keine Zwangsneurose, bei der der Patient auf seinen Zwang völlig eingeengt ist, der Spielraum seiner Distanzierung von dem Symptom extrem eingeschränkt und seine Leidensfähigkeit überdies auf das äußerste beansprucht ist. Auch die Untersuchungen der Heidelberger Abteilung für psychosomatische Medizin an organisch Erkrankten ergaben für die Magenulcera (Thomä), die Magersucht (Sommer), die Epilepsie (Bräutigam) die kardiovasculären Erkrankungen (Wyss) polivalente Zwangssymptome, deren bekannte Vermischung mit den Problemen der Analität, dem Besitzenwollen und Hergeben wiederum nachzuweisen war. Der Grad der Intensität de