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Im Laufe jeder wissenschaftlichen Forschung werden gewisse ursprüngliche Auffassungen als irrig oder ungenau erkannt und als Folge weiterer Untersuchungen richtiggestellt oder modifiziert. Frühere unzureichende Formulierungen werden so durch angemessenere ersetzt. Ja mitunter mag man zu manchen bereits aufgegebenen, jedoch tiefer begriffenen Auffassungen über das Wesen der zu erforschenden Erscheinungen zurückkommen. Das trifft natürlich auch für das Studium des Traumphänomens zu. Im Laufe der Traumforschung hat man sich manche neue Einblicke in die Natur und Funktion des Traumes geschaffen. Es ist wichtig, daß sich an diesem Studium Forscher mit verschiedenartigen Talenten und geistigen Neigungen beteiligen. Der rationell und logisch Denkende wird einer Seite der Traumerscheinung besser gerecht werden können, während der Intuitive andere Aspekte dieses Geschehens zu erfassen imstande sein wird. Man darf auch nicht vergessen, daß für jede psychologische Forschung produktive Phantasie unerläßlich ist.
Das Bestehen verschiedener „Schulen“ der Tiefenpsychologie begünstigt eine Voreingenommenheit jener Forscher, die an die Lehren der Schule, der sie angehören, und an deren Begründer affektiv gebunden sind. Diese Forscher besitzen eine Art doctrinäres, oder Gruppen-„Gewissen“, das es ihnen schwer macht, sich neu gebotenen Ideen gegenüber in unvoreingenommener Weise einzustellen. Sie können auch das dazu nötige Interesse nicht aufbringen. Nur wenn der Begründer ihrer Schule oder einer ihrer autoritativen Angehörigen neue Anschauungen vorbringen, finden sie es möglich, sich mit diesen vertraut zu machen und sie zu akzeptieren. Der Fortschritt unserer geistigen Entwicklung ist nur dann gesichert, wenn das Bedürfnis nach Wahrheit und tieferem Verständnis jedwede affektive Verhaftung an andere Forscher und jedes Gruppenzugehörigkeitsgefühl überwiegt.
Andererseits beeinträchtigen der Mangel einer gewissen Bescheidenheit, der Ehrgeiz originell sein zu wollen, die Klarheit der Dar