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Schon in seiner ersten, 88 Seiten umfassenden Auflage hat sich der Koch'sche Baumtest dank seiner genialen Einfachheit überall dort Freunde erworben, wo man genötigt ist, sich in kürzester Zeit ein Bild vom seelischen Verhalten eines Kindes zu verschaffen. Mit der vorliegenden zweiten, wesentlich erweiterten Auflage erbrachte Verf. den wissenschaftlichen Nachweis seiner Theorie, indem er rund 4400 Zeichnungen auf 58 verschiedene Merkmale hin statistisch überprüfte und hierbei verschiedene Alters- und Bildungsstufen normaler wie entwicklungsgehemmter Kinder und Jugendlicher miteinander verglich. Einleitend mit einer kulturhistorischen Betrachtung und Deutung des Baumes als Sinnbild des menschlichen Lebens ergeben sich eine Fülle analytischer Bezüge, wobei Verf. besonders durch die Symbolik der Psychologie C. G. Jungs angeregt wurde.
Der Vorteil des Baumtestes liegt darin, daß er wie kein anderer projektiver Test in zwangloser Form dem Kinde angeboten werden kann, so daß sicher nur in Ausnahmefällen ein in der Testsituation schokiertes Kind das Zeichnen, aus Abwehr oder Unvermögen, ablehnen wird. Zudem erfordert dieser Test einen minimalen Zeitaufwand und ermöglicht — eine gewisse Einarbeitung in die Materie vorausgesetzt — dem vielbeschäftigten Kinderarzt in der Praxis eine oft schlaglichtartige Einsicht in das seelische Verhalten des Kindes.
In der langfristigen Behandlung kindlicher Neurosen gibt uns nach eigener Erfahrung die Kontrolle des Behandlungsfortgangs durch laufende Baumzeichnungen wertvolle Bestätigungen des Heilungsverlaufes, neben oft eindrucksvollen tiefenpsychologischen Aspekten.