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Der Verfasser hat seinem Buch Gastvorlesungen, die er im Jahr 1952 an der Abteilung für Psychosomatische Medizin der Universität Heidelberg und am 2. Fortbildungskurs für medizinische Psychologie und psychologische Diagnostik in Treysa-Hephata hielt, zugrunde gelegt.
Die Einwirkung des Milieus und der Erziehung, die Rolle der Identifikation und des Oedipuskomplexes bei der Bildung und Entwicklung des Gewissens werden dargestellt und an Beispielen aus der reichen Erfahrung des Verf. im Umgang mit Kindern verschiedensten Alters veranschaulicht. Auch die Fehlentwicklungen des Gewissens — Geständniszwang, Selbstbestrafungstendenz, Bandenbildung, Pseudodebilität, Durchbrüche in Verwahrlosung bei neurotischer Fehlhaltung und charakterliche Veränderungen — werden aufgezeigt und wiederum durch Schilderung von Fällen aus der pädagogischen und noch mehr psychoanalytischen Praxis des Verfassers lebendig gemacht.
Hierdurch ergeben sich sehr wesentliche Einblicke in die tiefenpsychologischen Zusammenhänge des kindlichen Erlebens und der kindlichen Denkweise im Bereiche von Gewissenskonflikten. Sie dienen dem praktischen Ziel dieses Buches, Eltern, Erziehern, Heilerziehern, Kinderärzten, Kinderpsychotherapeuten, Geistlichen und den in der Jugendgerichtsbarkeit stehenden Sozialarbeitern vertieftes Verständnis für die seelischen Hintergründe der Gewissensbildung und der Fehlreaktionen des Gewissens nahezubringen. Hierdurch ist das Buch sehr geeignet, die Prophylaxe der Neurosen und ihrer eventuellen Durchbrüche in Verwahrlosung und Kriminalität zu unterstützen.