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Aus dem großen Leib-Seele-Problem wird hier die Sonderfrage behandelt, ob sich seelische Erscheinungen, seien es normale Leistungen oder auch Störungen, im Gehirn lokalisieren lassen, ob es Sprachzentren, Denkzentren, Ich- und Triebzentren, usw. gibt und wie überhaupt das gesunde oder kranke Nervensystem zu den seelischen Erscheinungen steht. Nur in dieser einen Richtung vom Hirn zur Seele wird gefragt, also wie sich Seelisches vom Zentralnervensystem ableiten und darin morphologisch lokalisieren läßt. Damit wird der auch bei Ärzten weitverbreiteten Vorstellung, daß das Gehirn der Sitz der Seele sei, nachgegangen. Keine neuen Kenntnisse und Theorien sollen dargeboten und nur das, was als gesicherter Besitz naturwissenschaftlicher Beobachtung anzusehen ist, gesichtet werden. Leib-Seele-Bewegungen anderer Art, bei denen nervöse Leistungen und Störungen unter dem Einfluß seelischen Erlebens stehen, wo Leibliches und Seelisches sich durchdringt, vertritt und gegenseitig darstellt, psychosomatisches Geschehen im weitesten Sinne des Wortes also, ist nicht Gegenstand dieses Busches. Das mag mit dem Kriterium naturwissenschaftlicher Exaktheit zusammenhängen, dem sich der Autor vor allem unterstellt. Laubenthal als praktisch und wissenschaftlich erfahrener Neurologe geht in seinem Buch dieser Leistungsfrage seiner Disziplin „Hirn und Seele“ mit einer Gründlichkeit und Unerbittlichkeit nach, die dem Buch Aufmerksamkeit sichert.
Die Untersuchung, die in ihren wertvollen Einzelheiten referierend nicht gewürdigt werden kann, reicht systematisch bis tief in spezielle Fragen der Anatomie, Elektrophysiologie und der speziellen Psychopathologie einzelner Hirnabschnitte, soweit es eine solche