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Das diagnostische Problem ist für den Psychotherapeuten höchst eigentümlich gelagert. Er verfügt nicht über die diagnostischen Mittel, über die der Therapeut verfügt, der somatisch vorgeht. Im Bereich der somatischen Medizin gibt es eine Reihe diagnostischer Methoden, die im exakt naturwissenschaftlichen Sinne einen Befund geben, auf den sich die Diagnose gründet. Gewiß sind auch hier Grenzen, gewiß ist nicht in jedem Falle der Befund eindeutig, und es kann vorkommen, daß ein diagnostisches Mittel versagt. Aber dies alles eingerechnet, sind doch die diagnostischen Methoden, die der Erhebung eines körperlichen Befundes dienen, zum großen Teil so entwickelt, daß sie eine im naturwissenschaftlichen Sinne exakte und objektivierte Feststellung von Befunden gestatten.
Vergegenwärtigt man sich in einigen Strichen demgegenüber die Lage in der Psychotherapie, so beginnt der Akt einer psychotherapeutischen Diagnose in den meisten Fällen damit, daß die üblichen diagnostischen Mittel versagen, keinen Befund liefern und etwa die erscheinenden körperlichen Symptome gerade nicht sich aus einem solchen, mit diesen diagnostischen Mitteln feststellbaren Befund erklären. Es sind Schmerzen, körperliche Störungen, abartige Funktionen usw. vorhanden, die ihre Gründe nicht in einem somatisch abgrenzbaren Zustand haben.
Hier setzt bekanntlich die große These und Hypothese der Psychotherapie ein. Sie besagt, daß die erscheinenden Störungen einen psychischen Untergrund haben. Vergegenwärtigt man sich die Entwicklung der Psychotherapie, so wird diese These zunächst durch die hypnotischen Heilungen, wie sie auch Breuer und Freud noch am Anfang durchführten, erhärtet. In solchen hypnotischen Heilungen wird zum mindesten deutlich, daß seelische Ursachen am Anfang bestimmter Störungen stehen. Doch das eigentlich diagnostische Problem wird damit nicht gefördert oder nur soweit geklärt, als sich erweist, daß bestimmte seelische Anlässe spätere und auch körperliche Folgen nach sich ziehen.
Eigentli