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Bossard ist der Ansicht, daß Wach- und Traumbewußtsein wesensmäßig verschieden sind, worin ihm wohl die meisten zeitgenössischen Traumforscher beistimmen werden. Sie werden ihm aber kaum in seinen Bemühungen, diese These durch physiologische Fakten zu stützen, folgen. Bossard knüpft an die W. R. Heßsche Schlaftheorie an: Schlaf ist ein Sicherheitsmechanismus, der dem Organismus restitutive Vorgänge in erschöpften Zellen ermöglicht. Analog meint Bossard, das Träumen sei eine Art psychische Restitution und Erholung, eine im Jungschen Sinne kompensatorische Funktion. Voraussetzung des Wirkens des Traumbewußtseins ist „die physiologisch bedingte Dissoziation (während des Schlafens), d. h. die strukturelle Auflösung des Wachbewußtseins …“ (Seite 90). Auflösung des Wachbewußtseins ermöglicht also das Hervortreten des Traumbewußtseins. Damit distanziert sich Bossard von der älteren (vor-Freudschen) Auffassung, die das Träumen mit dem Hinweis auf den Zerfall des Wachbewußtseins genügend erklärt zu haben glaubte. Nach Erörterung obiger Gedankengänge in den ersten drei Kapiteln des Buches befaßt sich der Autor in den weiteren vier mit der „Struktur des Traumbewußtseins“, den „Bewußtseinsfunktionen im Traume“, der „vergleichenden und differenziellen Psychologie des Traumes“ und der „Traumdeutung“. Hier folgt er im wesentlichen Jungschen Gedankengängen. Eine große Anzahl von Beispielen beleben die theoretischen Überlegungen.
Bossard versucht alles, was den Traum betrifft, zu erklären. Da das Gebiet recht groß ist und das, was wir darüber wissen, begrenzt, ist er allzuoft gezwungen, sich mit Verallgemeinerungen zu begnügen, die wenig überzeugend sind. Er ist