You do not currently have permission to view the full text for this document. Please sign in to an account with an active subscription or contact support.
Berichte über 100 Gesundheitsschädigungen durch Hypnose, deren Kenntnis Verf. einer Sammelrundfrage aus dem Jahre 1921 verdankt, sind in 2. unveränderter Auflage wieder erschienen. Neben der in den letzten Jahrzehnten erfolgten, begrüßenswerten „Psychologisierung des Arztes“ hat sich, begünstigt durch die Nachkriegsentwicklung auf sozialen und kulturellen Gebieten ebenso wie durch oft ungenügende psychotherapeutische Ausbildungsmöglichkeiten, eine „Konjunktur-Psychotherapie“ entwickelt, deren Vertreter sich in Unkenntnis der möglichen Gefahren psychotherapeutischer Methoden bemächtigen. Referiert sind sowohl Schäden im Verlauf ärztlicher Hypnosen, als auch — und zwar in der Überzahl — nach Laien-Hypnosen und Schaustellungen.
Das Material ist geordnet nach: (1.) Allgemeine Folgen (z. B. Kopfschmerz, Zittern, Benommenheit u. a.). (2.) Technische Fehlerfolge. (3.) Auffällige Einzelsymptome. Den breitesten Raum in der Erörterung nehmen (4.) psychotische Zustände ein, wobei die Frage der Auslösung schizophrener Schübe diskutiert wird. Schließlich werden (5.) kriminelle Delikte nach Hypnosen erwähnt.
Unsere Situation, in der Vermassung und Aberglaube mit psychologischer Halbbildung und Entmythologisierung nebeneinander hergehen, läßt die warnende Stimme eines mit der hypnotischen Therapie so vertrauten Arztes besonders notwendig erscheinen. Zwar würden Ergebnisse einer Rundfrage aus dem Jahre 1950 uns noch lebendiger und direkter ansprechen, aber würden die „Konjunkturpsychotherapeuten“ Farbe bekennen? Wohl schwerlich.