You do not currently have permission to view the full text for this document. Please sign in to an account with an active subscription or contact support.
Der Untertitel des vorliegenden Werkes lautet: „Ein Versuch in psychologischer Methodik“. Verfasser bekennt, daß er dies wissenschaftlich-methodische Wagnis unternommen hat, ohne vorher zu wissen, ob es zu anderen Ergebnissen führt als zu einer bloßen Banalität. Dieser nüchterne Mut ist anzuerkennen, hat er doch den Verfasser instand gesetzt, sein Unternehmen mit strenger Selbstkontrolle
Schritt für Schritt durchzuführen und auf jeden, vielleicht naheliegenden billigen „Effekt“ zu verzichten. Mit klarer Sachlichkeit stellt er die Grenzen seiner vorwiegend auf psychoanalytischen Theorien basierten Methode fest, und seine sichere kritische Beurteilung der bisherigen psychoanalytischen Versuche zur Persönlichkeitserkenntnis großer Künstler aus ihren Werken ist so grundlegend, daß man in Zukunft daran nicht vorübergehen dürfte. (Auseinandersetzung mit Freuds Hamlet-Studien, E. Jones, Fairbairn und E. Freeman Sharpe.)
Die vom Verfasser ausgearbeitete Methode setzt sich zum Ziel, ein objektives Persönlichkeitsbild herauszuarbeiten, das von jedem Fachmann gleichsam mit der gleichen „Versuchsanordnung“ nachgeprüft werden kann und dessen Faktoren idealiter möglichst vollständig in mathematischen Verhältniszahlen festgelegt werden können. Dazu muß freilich ein bestimmter Persönlichkeitsbegriff des Verfassers akzeptiert werden. Für ihn ist Persönlichkeit „basically“ ein soziales System (Seite 30); nämlich die Gesamtheit der introjizierten (spez. der menschlichen) Objekte, ein System, das allerdings ergänzt wird durch die exakt nicht erfaßbare schöpferische Fähigkeit eines „Subjekts“, das Verfasser mit dem Ausdruck Seele (soul) zu bezeichnen „wagt“ (Seite 36, 37). Zu den letzteren Bereichen jedoch habe seine Methode keinen Zugang.
Von jenem Persönlichkeitsbegriff aus entwickelt Verfasser nun seine Methode auf Grund von drei Thesen:
1. Der Introjektion dürfte eine entsprechende Projektion der inneren Gestalten nach außen gegenüberstehen. 2. Die Psychotherapie (clinic) lehrt uns, d