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Versuche einer vergleichenden Psychopathologie sind schon früher unternommen worden. Der Grund ihres Scheiterns lag „teils in der Ungunst der Zeit für solche Ideen, teils in den damals noch zu geringen Kenntnissen über die tierischen, aber auch die menschlichen Seelen- und Geisteskrankheiten und nicht zuletzt auch zu engen wissenschaftlichen Gebundenheit der Autoren.“
Heute ist die Zeit für solche Fragen aufgeschlossener und auch die wissenschaftliche Weite ist, wie der Autor betont, durch die Besonderheit seiner Laufbahn gegeben. Es bestehe bei ihm „der glückliche Umstand“, als Arzt seit mehr als 10 Jahren in ständigem Kontakt mit der Veterinärmedizin zu stehen, grundlegende Kenntnisse in der Neurologie bei Veraguth erworben zu haben und „von dem bedeutenden Psychiater Bleuler in die Psychiatrie“ eingeführt worden zu sein. Gleichwohl ist sich der Autor über die Schwierigkeiten und die Gewagtheit eines solchen Unternehmens klar. „Die Bedenken lassen sich vielleicht dadurch kurz charakterisieren, daß ich sie in Form von möglichen Kritiken, wie sie nach dem Erscheinen des Buches mehr oder weniger offen zutage treten werden, vorwegnehme: Schuster bleib bei deinem Leisten, wird etwa einer der Einwände sein … Einige Psychiater vom Fach werden denken: nur nicht in unsere Angelegenheiten hineingepfuscht. Der Tierarzt wird den praktischen Nutzen in Frage ziehen. Der Tierliebhaber aber wird freudig erhoffen, daß es sich um eine Art ‚Seelenrettung‘ seiner Lieblinge handelt.“
Nun, an Interesse an den Ergebnissen der Verhaltensforschung fehlt es dem Psychiater heute gewiß nicht und er erwartet nichts sehnlicher als eine grundlegende Untersuchung über die Vergleichbarkeit tierischen und menschlichen Verhaltens. Dieses Interesse findet sich aber in der Arbeit von Frauchiger durchaus enttäuscht.
Der erste Teil des Buches behandelt die bekannten Ergebnisse der Gehirnforschung (Größe und Gewicht des Gehirnes, Gehirnwindungen, Bau des Gehirnes, Cytoarchitektonik) und beschreibt biochemi