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Der Verfasser hat nicht die Absicht, der wissenschaftlichen Literatur über zwei der bedeutendsten Begriffe des hinduistischen und buddhistischen Denkens ein weiteres Buch hinzuzufügen. Er will vielmehr den Menschen des Abendlandes den inneren Zugang zu Erfahrungen aufschließen, die nicht der östlichen Welt
vorbehalten bleiben dürfen. Man kann das Büchlein eine Trostschrift nennen. Allerdings bedarf es der meditativen Besinnung. Für diese wird lediglich der Weg abgesteckt, an dessen Ende das wohltuende Erlebnis der Begegnung mit einer heilsamen, nicht unbarmherzigen und darum auch nicht mehr erschreckenden Grundtatsache der Existenz steht, die als Karma bekannt ist.
Das Grundübel des Menschen und die Ursache seines Leidens ist der „falsche Begriff von einem abgesonderten Ich“ (S. 14) aus dem Irrtum, die Welt in Subjekt und Objekt aufzuspalten und in dieser Brüchigkeit ihr tiefes metaphysisches Geheimnis zu sehen. Mit dieser Zerstückelung, die eine Störung des Gleichgewichtes im Universum bedeutet, kommen Karma und Wiedergeburt notwendigerweise nicht nur nicht zustande, wobei Karma das Gesetz ist, das die Annahme der Wiedergeburt erforderlich macht (S. 16), sondern beide werden auch als grausam erlebt.
Karma ist jedoch nicht „das Gesetz des Gleichgewichtes von Ursache und Wirkung, wobei stets derjenige die Wirkung erleidet, der die Ursache in Bewegung setzt“ (S. 15), sondern es ist die nie irrende Tendenz zur Wiederherstellung der verlorengegangenen Harmonie im Universum (S. 30). In dieser Mitteilung liegt das tiefste Anliegen des Buches und sein Wert. Karma ist danach die Rückführung des Vielfältigen in das Ureine, das noch hinter der Fülle der Erscheinungen und damit hinter dem Subjekt wie hinter dem Objekt liegt (S. 21). Karma ist also nicht Strafe oder Belohnung, sondern eine Pilgerfahrt heimwärts in das nicht mehr Entzweite (S. 22). Bei der Entfaltung manifestiert sich das Universum zunächst in polaren Paaren, wie beispielsweise Geist und Materie, Subjekt und Obje