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Von der Tagungsleitung ist mir die Aufgabe gestellt worden, im Rahmen des Themas „Beratung und Behandlung in der Sicht des analytischen Psy-chotherapeuten“ insbesondere auch die Problematik der Psychagogik aus tiefenpsychologischer Perspektive zu berücksichtigen. Ich habe daher mein Referat in zwei Abschnitte gegliedert, deren erster den allgemeinen Problem-kreis „Beratung und Behandlung“, deren zweiter das spezielle Gebiet der Psychagogik umreißen soll. Nachdem von meinen Vorrednern das erste Fragengebiet bereits unter den verschiedensten Aspekten behandelt worden ist, werde ich mich in dieser Hinsicht einleitend auf wenige ergänzende Bemerkungen beschränken, um den Hauptteil meines Referats ganz dem speziellen Fragenkreis der Psychagogik widmen zu können.
In einem Beitrag der Psyche wurde einmal ausgerechnet, daß jemand, der sich zureichend für die psychotherapeutische Berufsarbeit vorbilden wolle, 17 Jahre intensiver Fachausbildung benötige, nämlich in Medizin mit zusätz-licher Fachausbildung als Internist, Psychiater und Kinderarzt, ferner in Pädagogik und allgemeiner Psychologie einschließlich der Grenzgebiete, möglichst auch in Philosophie oder sonst einer geisteswissenschaftlichen Disziplin und endlich in Psychotherapie. Darin drückt sich aus, daß wir in unserem Beruf an allen Aspekten des Menschlichen interessiert, also möglichst vielseitig gebildet und erfahren sein müssen. Beim heutigen Stand der Wis-senschaft einerseits, unserer ökonomischen Lage andererseits ist eine berufs-mäßige Ausbildung solchen Umfangs praktisch unmöglich. Aus diesem Grunde hat sich das herausgebildet, was in den angelsächsischen Ländern team-work genannt wird. Bei dieser Zusammenarbeit ist Voraussetzung, daß jeder Meister in seinem Fach ist, die Grenzen seines Fachgebiets und seiner eigenen Einsichten und Fähigkeiten kennt und wahrt, zugleich aber die Gesichtspunkte seiner Mitarbeiter möglichst weitgehend kennt und ernst nimmt. Je tiefer einer in sein eigenes Fachgebiet eindringt,