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Die Theorie der Aufmerksamkeit ist von entscheidender Bedeutung fur das Verständnis sowohl des Bewußtseins als auch der Verdrängung. Als Freud seine dynamische Theorie der Aufmerksamkeit entwickelte, formulierte er diese Einsicht wie folgt: „Das Bewußtwerden hängt mit der Zuwendung einer bestimmten psychischen Funktion, der Aufmerksamkeit, zusammen2.“ Jedoch werfen nicht alle Aufmerksamkeitsakte die ganze Helle des Bewußtseins auf ihren Gegenstand. So kann z. B. etwas, das unsere Aufmerksamkeit trifft, zu Fluchtreaktionen, zu einem „Hinweg“ führen, wenn es angsterregend ist. Wenn es aber unsere Neugierde erregt, kann es zu einem Akt gegenständlicher Aufmerksamkeit führen. Unter „gegenständlicher Aufmerksamkeit“ im Unterschied zu andern Formen der Aufmerksamkeit verstehe ich die Fähigkeit des Menschen, seine Aufmerksamkeit gänzlich auf einen Gegenstand zu richten, so daß er ihn von vielen Seiten her, so klar als möglich, wahrnehmen oder verstehen kann. Im folgenden werde ich zu zeigen versuchen:
Daß die gegenständliche Aufmerksamkeit das wichtigste Instrument ist, durch dessen Ausbildung der Mensch instand gesetzt wird, von der primitiven psychischen Tätigkeit des Wünschens oder Begehrens (dem primären Denkvorgang) zu einer Erfassung der Wirklichkeit (dem sekundären Denkvorgang) fortzuschreiten.
Daß die Erfassung der Wirklichkeit nicht nur auf den Wunsch zurückzuführen ist, primär biologische Bedürfnisse zu befriedigen — also nicht nur, wie Freud annahm, ein Umweg auf dem Pfade der Wunscherfüllung ist —, sondern ein autonomes Interesse an der Umwelt voraussetzt. Die gegenständliche Aufmerksamkeit ist das Werkzeug dieses Interesses; sie erscheint zuerst im forschungslustigen Spiel des Kindes und setzt seine relative Freiheit von Not und Angst voraus. Bei der Besprechung dieser Sachverhalte werde ich die Struktur der Akte gegenständlicher Aufmerksamkeit beschreiben, kurz die Entwicklung derselben skizzieren, die Bedeutung dieser Entwicklung für Freuds Theorie des Wiederh