You do not currently have permission to view the full text for this document. Please sign in to an account with an active subscription or contact support.
Die Ausführungen des Verfassers werden vielleicht auf manchen in der Ubung der Meditation Unkundigen zunächst den Eindruck einer vorwiegend theoretischen Konstruktion machen, die psychologisch-descriptiv oder gar psychotherapeutisch von nicht allzu großem Wert ist. Es könnte so scheinen, als sei das unendlich differenzierte und immer ganz individuelle Geschehen der Meditation in einem klaren Gefüge teils theoretischer, teils theologischer Grundbegriffe allzu vereinfacht dargestellt. In Wahrheit liegt aber eine wirklich „philosophische Durchdringung“ des Gegenstandes vor, die Schritt für Schritt in Gestalt einer Bewußtmachung der Erfahrungen erfolgt, die für das innere Fortschreiten der Meditation entscheidend sind. Es ist ein Werk von reifer Transparenz, das in dem immer dichter werdenden Gestrüpp psychologischer Differenzierungen und in der Flut mehr oder weniger sachkundiger Veröffentlichungen über Yogaübungen und Meditationsformen der verschiedensten Art von wegweisender Bedeutung ist. Es ist ein Buch, das nur von einem geschrieben werden konnte, der ausgehend von der großen Tradition christlicher Meditationspraxis in eigener Erfahrung zur Klarheit gekommen ist.
Man könnte befürchten, daß die eindeutig christliche Position des Verfassers der nüchternen Empirie im Wege stehen mußte. Solche Skepsis wäre Ausdruck einer zwar sehr verbreiteten, aber doch erkenntnistheoretisch unhaltbaren Position. Wie Wachstum die Sonne und wie das Schwimmen Wasser, so haben gewisse Erfahrungen den Glauben zur Voraussetzung. Der Weg nach innen, den Lotz führt, mündet im Raum der übernatürlichen Gnade, in der sich die christliche Meditation in besonderen, vom Glauben mitbedingten, Erfahrungen erfüllt und vollendet. Der Weg zu diesem im christlichen Sinne Höchsten aber führt über Stationen, die auch der konfessionell nicht Gebundene in der Meditation durchschreitet. Der übernatürlichen Gnadendynamik vorgelagert ist, wie Lotz zeigt, die natürliche Seinsdynamik, die aus sich heraus schon z