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Im März 1953 veranstaltete das psychologische Institut der Universität Kentucky ein Symposium, an dem sich elf sehr angesehene Fachleute beteiligten. Die vorliegende Schrift gibt den Text ihrer Ausführungen; sie gibt uns leider aber nicht die Diskussionen, die sich angesponnen haben müssen. Das Thema selbst liegt heute nahezu allen psychotherapeutisch tätigen Psychologen in den USA am Herzen, da in den letzten Jahren die Theorie der Lernvorgänge immer wieder zur Darstellung der Ereignisse im Prozeß der neurotischen Störung und der psychotherapeutischen Heilung herangezogen wurde. Es kann sein, daß das „Kentucky-Symposium“ in die Geschichte dieser wissenschaftlichen Entwicklung als ein Markstein eingehen wird, da hier ernsthafte Kritik und zum Teil eine lebhafte Ablehnung erstmalig sichtbar werden.
Einleitend gibt K. W. Spence (Iowa), der aus der Schule Hulls kommt, eine wohlüberlegte Diskussion des Hullschen Systems, die in wesentlichen Punkten zu dessen Revision führt. Das System, das sich hier zu entwickeln scheint, wird vom Autor als eine „quantitative S-R (stimulus-response) Theorie“ bezeichnet. Unter den von Spence aufgeworfenen Problemen verdient vor allem der Nachweis Beachtung, daß in komplexen Lern — Situationen eine Zunahme des Antriebes nicht notwendigerweise zu einer Verbesserung der Lernleistung führt und daß in solchen Situationen der Lernerfolg überhaupt vom Maß des Antriebes unabhängig sein kann. Ebenfalls wichtig ist der Hinweis auf eine Reihe von Experimenten, die zeigen, daß ängstliche Vpn zwar in der Regel bei einfachen Lernaufgaben besser abschneiden als nicht-ängstliche, während sich das Verhältnis bei komplexen Lernaufgaben umzukehren scheint. Es besteht kein Zweifel, daß Spence von der Fruchtbarkeit des lerntheoretischen Zuganges zu den klinischen Problemen überzeugt ist, wenn er auch darauf hinweist, daß unser exaktes Wissen um die Lernvorgänge aus überaus vereinfachten Laboratoriums-Situationen stammt, und daß dessen Übertragung auf echte Le