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Verfasser arbeitete in dem unter Leitung von Clyde Kluckhohn stehenden Russian Research Centre der Harvard Universität und hatte als Quellen die einschlägige russische Literatur sowie Informationen von früheren und neueren Emigranten aus der UdSSR zur Verfügung. Er stellt die Entwicklung der Psychologie in der Sowjetunion im Zusammenhang mit der politischen, ökonomischen und sozialen Entwicklung dieses Staates dar, weniger „um die Tatsache der politischen Eingriffe in die Psychologie der Sowjetunion zu beweisen“ als vielmehr „um die Geschichte der bei diesen Eingriffen verfolgten Politik, ihre Veränderungen, die Gründe für diese Veränderungen und ihre Wirkungen auf die Psychologie“ festzuhalten. Die Psychologie erscheint dabei dem Verfasser — ganz unabhängig von dem Sonderfall der russischen — als eine „vom politischen und gesellschaftlichen Klima stark affizierte Wissenschaft.“
Demgemäß reduziert er die Geschichte der Psychologie in Sowjetrußland auf den Kampf zwischen zwei Spielarten des Marxismus, der materialistischen und der idealistischen (oder dialektischen). Sie kennt nach ihm drei Hauptepochen: 1.) die der Herrschaft des materialistischen Marxismus und praktisch der Reflexologie (1917-1930); 2.) die Epoche der Rehabilitierung des Bewußtseins und des Ausbaus der Psychologie als selbständiger Wissenschaft (1930-1936); 3.) die Epoche der leninistischen oder neo-funktionalistischen Psychologie (1936-1950).
Zu 1: Bauer faßt hier eine Epoche zusammen, die London in seinem in Psychol. Bull. 46, 1949, und deutsch in Psyche 4, 1950 erschienenen Überblick über die Psychologie in der Sowjetunion als „vormarxistische“ Periode (1917 bis 1923) und als Periode der „Versuche und Irrtümer“ (1924-1930/31) in sich gliedert. Er kann sich dabei darauf berufen, daß die das Bild der Psychologie im ersten Jahrzehnt des Sowjetstaates beherrschende Reflexologie schon kurz nach der Oktoberrevolution unmittelbarste staatliche Förderung erfuhr. Im übrigen kennzeichnet B. diese Epoche jed