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Das Buch entstand aus einer Vorlesungsreihe, die der Verfasser an der Volkshochschule in Zürich gehalten hat. Es wendet sich also vor allem an den Laien in dem Bestreben, echtes Verständnis für die kindliche Entwicklung zu fördern und Wege zu zeigen, erzieherische Probleme zu lösen. Es ist dem Verf. weitgehend gelungen, die drei Hauptschwierigkeiten eines solchen Unternehmens zu bewältigen. Es wird eine Fülle von Beobachtungen aus der Praxis des Kinderpsychotherapeuten so lebendig und geschickt beschrieben, daß die theoretische Erörterung meist überflüssig wird. Die Schlußfolgerung ergibt sich wie von selbst, und der Leser wird mit der tiefenpsychologischen Betrachtungsweise vertraut gemacht, ohne daß das Wort Tiefenpsychologie oder Psychoanalyse fällt. Zum anderen wird vermieden, dem Leser erzieherische Rezepte an die Hand zu geben und so der Gefahr starrer, unlebendiger Anwendung des Gelesenen begegnet. Und schließlich sucht der Verf. sich davor zu hüten, die Schuldgefühle der Leser, die sich Rat über ihre Kinder bei ihm holen wollen, anzusprechen, sondern immer wieder wird versucht, echtes Verständnis für kindliche Wesensart zu wecken.
Der Verf. geht von der gesunden Entwicklung des Kindes aus. Es zeigt sich, daß das ungestörte Kind in bestimmten Phasen seiner Entwicklung — etwa im Trotzalter — bis zu einem gewissen Grade schwierig sein muß. Ein Kind kann also als gestört betrachtet werden, wenn es einmal große Schwierigkeiten macht, aber auch, wenn solche überhaupt nicht auftreten. Diese so wichtige, für viele Erzieher tröstliche, für manche sicher beunruhigende Tatsache wird vom Verf. immer wieder herausgearbeitet und einleuchtend interpretiert.
Der modernen Erziehung wird so oft vorgeworfen, daß sie dem Kinde zuviel an Freiheit lasse, daß sie letzten Endes zu einem haltlosen Gewährenlassen führe. Mit diesem Argument wird vielerorts die Rückkehr zur alten, traditionellen erzieherischen Haltung der betonten und starren Autorität begründet. Verf. zeigt, daß beide H