You do not currently have permission to view the full text for this document. Please sign in to an account with an active subscription or contact support.
Mit dem vorliegenden, von der Hochschule für internationale pädagogische Forschung in Frankfurt/Main herausgegebenen Buch werden die in jahrzehntelanger Arbeit am Forschungsinstitut für Kinderentwicklung der Yale-Universität vom Verfasser und seinen Mitarbeitern bei Beratungen und Beobachtungen von normalen wie erziehungsschwierigen Kindern erworbenen Erfahrungen veröffentlicht und in gemeinverständlicher Form einem breiteren Publikum zugänglich gemacht.
Verfasser, als Herausgeber eines Säuglingstestes seit langem bekannt, steht auf Grund seiner experimentellen und beobachtenden Erfahrungen an Kindern den klassischen Anschauungen des Behaviorismus zurückhaltend gegenüber und sieht in seiner Entwicklungsphilosophie ein Zusammenspiel von Erbe und Umwelt als gleichberechtigten Kräften beim Wachstumskomplex des Kindes, wobei er nachdrücklich auch die Individualität einer jeden kindlichen Persönlichkeit betont.
Wenn dabei die psychoanalytischen Theorien über die Ausbildung frühkindlicher Verhaltensstörungen, bei betonter Reserve des Verfassers der Psychoanalyse gegenüber, zu kurz kommen (fuUr die etwa René Spitz auf Grund seiner Beobachtungen an Heimkindern u. a. weit mehr psychopathologisches Material zusammengebracht hat), so bietet das Buch doch einen wertvollen Ratgeber zur Orientierung über das normale kindliche Verhalten in den verschiedenen Entwicklungsstufen der ersten sechs Lebensjahre. Der Wert des Buches als Nachschlagewerk wird noch dadurch erhöht, daß der Schilderung der speziellen Entwicklung des Kindes für jede Altersstufe regelmäßlige tagebuchartige Berichte über das Verhalten eines Kindes im Verlaufe eines Tages eingegliedert sind, einschließlich der wichtigsten Funktionen wie Schlaf, Nahrung, Stuhl-und Harnentleerung, später auch Verhalten im Kindergarten.
In einem letzten Abschnitt über die Entwicklungsförderung der Kinder nimmt Verfasser eine Mittelstellung zwischen rein autoritativen Erziehungsbestrebungen und der Lehre vom freien Spiel der Kräfte ein,