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Rezensent muß gestehen, daß er bei Beginn der Lektüre oben genannter Arbeit mit dem Terminus „Konstruktive Psychologie“ keine Vorstellungen verbinden konnte. Dazu hatte er während des Einlesens ein Stück „Widerstand“ zu überwinden, da ihm das aus dem Spracharsenal des Technischen entstammende Adjektiv „konstruktiv“ so gar nicht zur näheren Bestimmung einer Psychologie geeignet erschien. — Der Verfasser, Sozialhygieniker und Gesundheitspolitiker mit einem breiten Erfahrungshintergrund, kommt von der Soziologie, exakter von der Sozialpathologie an psychologische Fragestellungen heran. Im ersten historischen Abschnitt analysiert er die „gesellschaftliche Regulationsstörung“ unserer Epoche. Im historischen Ablauf unserer Kulturentwicklung sieht er einen dialektischen Prozeß im Wechsel von „differenzierenden“ und „synthetischen bzw. konstruktiven“ Perioden. Die letzte große differenzierende Perioden war die Blüte des Liberalismus in der zweiten Hälfte des vorigen Jahrhunderts. Zu Anfang unseres Jahrhunderts konnten die synthetischen Funktionen in der Sozietät mit dem Differenzierungsprozeß nicht mehr Schritt halten — Symptom: Hypertrophie der Spezialisierung — Hypotrophie der konstruktiven Fähigkeit. So stehen wir heute in einer „astruktiven Übergangsphase“, deren Extreme wir in den Technokratien des Ostens und Westens beobachten, ja erleiden. In dieser kultursoziologischen Situation finden wir „Individualisten, technisierte Massenmenschen und — gleichsam als Elite und Hoffnungsschimmer — konstruktive Typen“. Konstruktive Psychologie ist nun für den Verfasser eine Methode bzw. eine Methodenkonstruktion, um diesen „konstruktiven Typus“ als Träger und Gestalter einer neuen „konstruktiven Epoche“ zu schaffen. Der Verfasser begegnet nun hier dem Einwand, „um eine neue Welt zu schaffen, brauche man neue Menschen — und gleichzeitig neue Menschen könnten nur das Ergebnis neuer Lebensbedingungen sein“. Er schlägt vor, diesen „circulus vitiosus“ zu durchbrechen. Mittel dieses Dur