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Das zentrale Anliegen dieser sehr übersichtlich und klar formulierten Abhandlung
des verstorbenen Theologen und Philosophen ist die Gegenüberstellung von biblischer Offenbarung über den Ursprung des Menschen und naturwissenschaftlicher Entwicklungslehre. Verf. schildert eingangs die historische Entwicklung der Abstammungslehre, sodann die grundsätzliche Stellung der heutigen Naturwissenschaft hierzu. Während Lamarcks Postulat der Vererbung erworbener Eigenschaften und seine Meinung, daß Organe sich aus bloßem Bedürfnis und unabhängig von einem den ganzen Organismus bestimmenden Bauplan entwickeln, längst preisgegeben sind, ist die Lehre von der Abstammung des Menschen aus vormenschlich-tierischem Bereich — seit Haeckel bekannt als „klassische Abstammungslehre“ — erst durch die „organische Ganzheitslehre“ der modernen Biologie erschüttert worden. Diese Abstammungslehre geht auf Darwins Prinzip des „Kampfes ums Dasein“ zurück, auf die „Entstehung der Arten durch natürliche Zuchtwahl“, in der die den Lebensbedingungen der Umwelt am besten angepaßten Lebewesen erhalten bleiben. Außer dem Postulat der Abstammung des Höheren aus dem Niederen, des Geeigneteren aus dem Ungeeigneteren, kennt Darwin dann noch eine sprunghafte Entwicklung, später erbbiologisch gedeutet als „Mutationen“, das heißt plötzliche, aus Vorhergehendem kausalgesetzlich nicht ableitbare Veränderungen in der Erbmasse. Verfasser meint nun, Darwins mechanisches Denken sei heute überwunden, und wenn der Biologe Weismann, einer der Hauptvertreter des mechanischen Entwicklungsgedankens, sich den Organismus mit allen Gliedern in den einzelnen Keimzellen präformiert dachte, sprächen heute moderne Biologen (Driesch, Spemann) von einem inneren Gestaltungsprinzip der Zelle. Die heutige Biologie lehne zwar den Entwicklungsgedanken nicht überhaupt ab, sähe aber Entwicklung als Entfaltung von Vorhandenem zu ganzheitlicher Ausprägung an. Diese Entwicklung erfolgt auf Grund eines eigenen, final wirkenden Faktors (Gan