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Die Arbeit ist vor allem wegen der mitgeteilten Kasuistik bemerkenswert. Auch ist in der Diskussion der bisherigen Literatur und eigener Ansichten die Zurückhaltung und das Herausstellen des Vorläufigen in den Ergebnissen sympathisch. Die psychosomatische Seite der Genese der beschriebenen Ikterusfälle stellt nach den Verf. eine aktuelle Regression vor einem Entscheid in einem Konflikt dar. Das mit dem Ikterus in der Regel vergesellschaftete Psychosyndrom (Gleichgültigkeit, passive Antriebsarmut, Apathie, Einfallsarmut) ermöglicht es dem Kranken, den an sich zur Entscheidung stehenden Konflikt wenigstens vorübergehend beiseite zu schieben, ja entsprechend dem regressiven Gesamtverhalten durch einen anderen (z. B. Vater, Arzt) entscheiden zu lassen. Auf Grund der mitgeteilten Fälle muß es zunächst offenbleiben, ob eine „Flucht in den Ikterus“ erst ermöglicht wird, wenn das dabei zu beobachtende Psychosyndrom schon einmal gelegentlich eines früher abgelaufenen Ikterus erlebt wurde oder ob zwischen Psychosyndrom und Leberfunktionsstörung eine Gleichzeitigkeitskorrelation besteht. Offenbar mit Recht werden die hier beschriebenen Leberparenchymerkrankungen auch psychosomatisch von akuten, durch Affekte, Ärger etc. ausgelösten spastischen Gallenwegserkrankungen und einem „Ikterus ex emotione“ abgetrennt. — Uns erscheint nicht die Tatsache und Art der Regression vor einer Entscheidung besonders kennzeichnend (man vergleiche z. B. Ulcus- oder auch Tuberkulosekranke), aber bemerkenswert ist die versuchte Synopsis von geprägtem, neurotischem Fehlverhalten und dem erwähnten Psychosyndrom während eines Ikterus.