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Es werden vier Fälle von Sehstörungen beschrieben, davon zwei mit einer jahrelang dauernden Amaurose. Allen Patienten ist eine auf Grund einer stark gestörten Elternbeziehung vorhandene Lebensangst und Regressionstendenz gemeinsam. Während in den beiden ersten Fällen anschließend an angsterregende Momente eine Erblindung zustandekam, verhindert nach Ansicht der Autoren im dritten Fall das Fehlen einer geeigneten Beziehungsperson, die der Regressionstendenz in infantile Geborgenheit entgegenkommt, das Manifestwerden der Erblindungstendenz und führt lediglich während einer analytischen Behandlung des Patienten zu zwei Erblindungsträumen. Am eindrucksvollsten ist der erste Fall: Die Schilderung der Erblindung eines 10jährigen Jungen als Folge einer Verschüttung im Luftschutzkeller. In Hypnose tritt eine Aktivierung des deutlich verdrängten Verschüttungserlebnisses bei dem nunmehr 19jährigen Patienten und Besserung des Sehvermögens ein. Der Vater des Patienten ist aber offensichtlich nicht bereit, den Sohn aus dem äußerst engen Abhängigkeitsverhältnis, das übrigens latent homosexuelle Züge aufweist, frei zu lassen und wendet sich so scharf gegen die Behandlung, daß Patient nach einem Urlaub nicht mehr in die Behandlung zurückkehrt. Dies hat eine erneute Verschlechterung des Sehvermögens und der übrigen Symptomatik zur Folge. Im zweiten Fall schwindet eine zwei Jahre lang bestehende Amaurose durch veränderte Lebensumstände. Während einer analytischen Behandlug tritt erneute Erblindung ein, die nach Durcharbeitung des Konflikts völlig verschwindet. Der vierte Patient erlebt nur eine einige Minuten dauernde Erblindung des rechten Auges durch Identifikation mit dem auf dem gleichen Auge fast völlig erblindeten Vater. Die Autoren bezeichnen diese Sehstörung als eine „symbolhafte“ und nicht für die Sehfunktion spezifische.
Die psychogene Blindheit wird im Sinne Binswangers interpretiert als radikale Einengung der reifen menschlichen Seinsmöglichkeiten. „Sie kann nur dort erfol