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Man ist sich allgemein darüber einig: mindestens ein Viertel der Arbeit des Allgemeinpraktikers ist reine Psychotherapie; gelegentlich wird sogar von 50% und mehr gesprochen. Aber gleichgültig, wie hoch der Prozentsatz auch sein möge, die Tatsache bleibt bestehen, daß die augenblickliche medizinische Ausbildung den praktischen Arzt für mindestens ein Viertel der von ihm geforderten Leistungen nicht hinreichend ausrüstet.
Obwohl das Bedürfnis nach größerem Verständnis für psychologische Probleme und nach entsprechend besseren therapeutischen Methoden von vielen Praktikern durchaus lebhaft empfunden wird, ist die Bereitschaft, in dieser Richtung berufliche Verantwortung zu übernehmen, nicht eben groß. Der am häufigsten dafür genannte Grund lautet, daß der praktische Arzt zuviel zu tun habe und es ihm ganz unmöglich sei, sich mit einem einzelnen Patienten Woche für Woche hinzusetzen und stundenlang mit ihm zu reden. Dies Argument klingt überzeugend, ist aber in Wirklichkeit nicht so unerschütterlich fundiert, wie es scheint. Es stimmt, daß die Herstellung und Aufrechterhaltung einer richtigen therapeutischen Beziehung sehr viel mehr Zeit in Anspruch nimmt als das Verschreiben einer Flasche Medizin. Aber auf lange Sicht hin kann sie in vielen Fällen eine erhebliche Zeitersparnis für den Arzt wie für den Patienten (und auch für den National Health Service) bedeuten. Um diese Behauptung zu beweisen, werden wir im Anhang zwei Fälle schildern.
Tatsächlich geschieht in den meisten sogenannten psychologischen Fällen der Allgemeinpraxis folgendes: Es wird, fast mechanisch, ein Barbitursäurepräparat verschrieben, wenn der Patient nicht depressiv ist — und wenn er depressiv ist, irgendein „Tonikum“. Hilft das nichts, so werden die verschiedensten Spezialisten zu Rate gezogen, woraufhin gewöhnlich „beruhigende“ Berichte kommen, daß kein pathologischer Organbefund zu erheben sei. Schließlich wird auch ein Psychiater befragt, meist nicht so sehr aus wohlüberlegten Erwägungen als faut