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Die Diskussion über die Frage, welche Bedeutung in der Formung des seelischen Habitus dem konstitutionell Gegebenen zukommt und welche dem äußeren Agens, ist alt, und sie wird mit Eindeutigkeit niemals beantwortet werden. Aber wir müssen uns ihr stets von neuem nähern, weil wir an diesen beiden Elementen erst das Wesen der persönlichen Erlebensform kennenlernen. Die Art und Weise, wie wir uns zu diesen beiden grundsätzlichen Problemen verhalten, geben einen Hinweis darauf, in welchem Sinne wir uns an die Persönlichkeit des Patienten wenden. Allerdings sollten wir diese beiden wesentlichen Fragen, an die wir uns verstehend anzunähern bemühen, von solchen Punkten her angreifen, von denen sie sich klar profiliert herausheben. Deswegen werden wir nicht eben viel Erfolg haben, wenn wir etwa zu versuchen trachten, aus der Gesamtkonstellation der sogenannten „psychopathischen Persönlichkeit“ das von Beginn an Gegebene vom Hinzukommenden zu trennen. Niemals werden wir an diesem Konglomerat von Trieben und Strebungen, von Wirkungen und Regulationen, von Kräften, welche die Gesamtheit beeinflussen, und von Gegenkräften, die zurückweisen, eine befriedigende Antwort auf diese Fragen erwarten dürfen. Wir müssen zu Fällen greifen, in denen die beiden Elemente mit Klarheit herausstehen; Begriffe wie „Psychopathie“ oder „Neurose“ mit den sich daran knüpfenden Vorstellungen werden uns wohl niemals wesentlich weiterhelfen.
Im Bereiche des „rein Seelischen“ werden wir im ganzen kaum zu einer Isolierung eindeutiger Fälle kommen, weil uns in dieser Sphäre eine überzeugende, objektiv gültige Systematik fehlt; denn schließlich bleibt ja doch alles, was wir von den seelischen Grundfunktionen sagen können, werkhypothetisch bedingte Konvention und wird niemals zu einer realen Heraushebung von Partialfunktionen. Eindeutige, konkrete, gleichsam durch sich selbst definierte Besonderheiten finden wir nur in der leibhaften Äußerungsform der Persönlichkeit. Aber auch hier müssen wir ganz besonders