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„Das Sprechen“, sagt Fenichel, „ist das Hauptwerkzeug der Psychoanalyse“. Aber es wäre ein Irrtum, wenn wir uns nur darum kümmern wollten, was der Patient sagt und nicht darum, wie er es sagt. Mit anderen Worten: die Form des sprachlichen Ausdrucks ist ebenso würdig, psychoanalytisch erforscht zu werden wie ihr Inhalt.
Richard Sterba formulierte das Problem wie folgt: „Die Sprache drückt seelische Inhalte in dreifacher Weise aus. Erstens wird sie benützt, um die bewußten Inhalte auszudrücken, die das Ich mitteilen will; d. h. sie drückt aus, was die Person sagen will. Zweitens drückt sie unbewußte Inhalte durch den bewußten Ausdruck als Vermittler aus. Diese Schicht von Inhalten im sprachlichen Ausdruck des Patienten versuchen wir zu deuten, wenn wir den Gedankenablauf, die Assoziationsverknüpfungen, die Besonderheiten der Wortwahl und das Versprechen beobachten. Drittens finden wir, daß die Besonderheiten der Aussprache und die Sprachmanieren für sich selbst unbewußte Inhalte kundtun, unabhängig von den Inhalten des sprachlichen Ausdrucks in seiner offenbaren und in seiner verborgenen Bedeutung“.
Es ist klar, daß die formalen Aspekte des Sprechens nirgendwo deutlicher zutage treten als in den vorwiegend motorischen Phänomenen, die Sterba zuletzt erwähnt. Die Artikulationsstörungen waren daher von jeher der Hauptgegenstand der psychoanalytischen Forschung auf diesem Gebiet. Zahlreiche Autoren untersuchten z.B. die Probleme des Stotterns: eine ausgezeichnete Übersicht über die diesbezügliche Literatur gab 1945 Fenichel. Stengel und Edith Buxbaum bemühten sich um die Psychopathologie des ausländischen Akzents bei Personen, die eine zweite Sprache lernen mußten. Einen besonders interessanten Beitrag zur Psychoanalyse der Sprechmotorik lieferte Wilhelm Reich, der das Problem vom Standpunkt der Charakteranalyse