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Ausgangspunkt der Untersuchung ist das Bestehen von Strömungen in der heutigen Psychiatrie, die vom Begriff der „Existenz“ getragen werden. Dieses Wort ist bekanntlich die Grundlage eines Philosophierens, später auch von philosophischen Systemen, deren Ursprünge, Wandlungen und Leistungen hier nicht näher besprochen werden sollen.
In Hinblick auf die Psychiatrie erheben sich folgende Fragen. Erstens: welche Fortschritte hat der Gesichtspunkt der „Existenz“ für die Theorie dieser Wissenschaft gebracht; zweitens: hat dieser Gesichtspunkt die psychiatrische Therapie, im besonderen die Psychotherapie, beeinflußt — und, wenn dies der Fall ist, in welcher Weise. Von dieser zweiten Frage geht die vorliegende Untersuchung aus. Innerhalb verschiedener psychotherapeutischer Bestrebungen, die das Wort „Existenz“ programmatisch verwenden, lenkt eine die Aufmerksamkeit auf sich, die erklärt, vom Gesichtspunkt der „Existenz“ — an die sich der „Logos“ anschließt — eine psychotherapeutische Methode entwickelt zu haben. Die Bestrebung, um die es sich hier handelt, nennt sich selbst „Existenzanalyse“ beziehungsweise „Logotherapie“, in bestimmter Anwendung auch „Ärztliche Seelsorge“, und hat V. E. Frankl zum Schöpfer (I, II, III, IV).
Fragestellung und Untersuchungsgang. Obwohl sich die Untersuchung auf die Einordnung dieser Bestrebung in medizinischer Hinsicht beschränken will, wird nicht zu vermeiden sein, in die Erörterung philosophischer Begrifflichkeiten einzugehen, die das Einführen von „Existenz“ in den Bereich medizinischer Fragen mit sich bringt, und es werden daher die diesbezüglichen Erörterungen umfangreich sein müssen. Die Unterlage bilden Veröffentlichungen, die im Literaturverzeichnis unter den Nummern I bis XIII angeführt sind.
Der Anspruch der „Existenzanalyse“. Indem die Existenzanalyse sich selbst als dritte auf Wiener Boden erwachsene psychotherapeutische Richtung (VIII, 7) bezeichnet und eine Einordnung in die Linie Freud—Adler nahelegt, zeigt sie ihren hoh