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Carl A. Whitaker und seine Mitarbeiter gehören zu jenen jungen Persönlichkeiten der amerikanischen Psychiatrie, die nach eigenen, neuen Wegen in der Psychotherapie suchen. Whitaker, der sich jetzt ganz der Privatpraxis widmet, war bis vor kurzem Direktor der psychiatrischen Klinik der Emory University in Atlanta, Georgia. Unter völligem Verzicht auf den üblichen klinischen Unterricht und die damit verbundene didaktische Methodik lag ihm an einer affektiv wirksamen Konfrontierung aller Medizinstudenten mit eigener Psychopathologie, die durch obligatorische Gruppentherapie freigelegt und behandelt werden sollte. Nach stürmischen Anfängen soll sich gezeigt haben, daß viele Studenten dieser Methode emotionell nicht gewachsen waren und Krisensymptome entwickelten, während das Fehlen eines systematischen Lehr-programmes bei anderen bremsend auf ihr Interesse an der Psychiatrie ein-wirkte.
Aus dieser Sturm- und Drangphase einer gänzlich verallgemeinerten Thera-pievorstellung entwickelte sich später eine vertiefte Konzeption, die dem jetzt vorliegenden Buch: „The Roots of Psychotherapy“ (Die Wurzeln der Psychotherapie) zugrunde liegt. Beabsichtigt ist eine „wissenschaftliche Formulierung der Kunst der Psychotherapie“, sowie eine Integration der psychotherapeutischen Prozesse in das Gesamtfeld medizinischer Therapie. Die Verfasser, Carl A. Whitaker und sein Mitarbeiter Thomas P. Malone, Psychologe, wenden sich mit diesem Buch „an jeden, der, wie immer seine Ausbildung war, Erfahrung in der Behandlung von Patienten hat oder selbst Patient gewesen ist“.
Es wird von Anfang an klargestellt, daß es sich in der Therapie immer um zwei Menschen handelt, von denen der eine „Arzt“ der andere „Patient“ genannt wird, daß jedoch beide ein therapeutisches und pathologisches Element in die wechselseitige Beziehung bringen. Dementsprechend kann wirkliche Therapie sich nur vollziehen, wenn der Arzt jeglichen Glauben an Objektivität und Distanz aufgibt und von dem Verlangen nach eigener Reifung