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Der Autor selbst wirft die Frage auf, ob heute, angesichts der großen Zahl von Büchern scheinbar ähnlicher Fragestellung eine weitere Untersuchung über Liebe und Ehe gerechtfertigt sei. Aber wie er selbst das Wagnis unternimmt, wird auch der Leser, der bereit ist, ihm zu folgen, in dem kleinen Buch Schottlaenders etwas durchaus Eigenständiges finden, eine sehr persönliche und grüblerische Auseinandersetzung mit der Liebe als Phänomen in erster Linie und ihrem Ort in der Kulturlandschaft und Gesellschaftsstruktur unserer Welt. Grundsätzlich scheint sich S.' Buch von nahezu allen Ehebüchern der verschiedensten Prägung und Qualität zu unterscheiden, insofern es kein Buch der Ratschläge, der Versprechungen, der Rezepte ist, als es den Weg meidet, den auch Ehebücher bester Gesinnung einzuschlagen pflegen, indem sie als Ziel eine bessere „Nutzbarmachung“ des Zusammenlebens von Ehegatten anstreben, einen höheren Nutzeffekt an Glück — was immer darunter verstanden wird, von körperlicher Übereinstimmung bis zu hohen Versprechungen gegenseitiger Persönlichkeitssteigerung.
Der zentrale Teil des Buches ist dem Wesen der Liebe gewidmet — der Ehe nur insofern, als die Liebe als einzig legitimer Stiftungsgrund der Ehe angesprochen wird, während die „institutionelle Ehe von einst“ unserem, heutigen Gefühl als „halbbarbarisch“ an-mute. (Im Zusammenhang mit dieser Feststellung ist es nicht uninteressant, auf die sozialpsychologische Analyse der Broschüre von Friedeberg: „Die Umfrage in der Intimsphäre“* hinzuweisen, wo das Problem auftaucht, in-wieweit die zahlenmäßig häufigste Rechtfertigung einer Eheschließung aus dem Idealgrund „Liebe“ der Realität entspricht und wieweit nicht Sicherheits-, Stabilitäts- und Ordnungsfaktoren dabei eine viel tiefergehende Rolle spielen, d. h., ob nicht heute gerade wieder zunehmend die institutionelle Ehe einen stabilisierenden und im Sinne der sozialen Strukturierung positiven Platz einnimmt — obwohl die obligatorische Konzession an einen idealistis