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Der Verfasser, auf dem Boden der Auffassungen C. G. Jungs stehend, unternimmt es in vorliegender Schrift, einen Fall von psychogener Angina pectoris in allen Phasen der ungewöhnlich kurzdauernden und erfolgreichen Behandlung darzustellen. Dies erscheint um so dankenswerter, als man auch in Fachkreisen noch häufig der Vorstellung begegnet, daß die Jung sche Lehre gewissermaßen etwas Esoterisches sei, eine „höhere“ Form der Psychologie, welche für die normalen Fälle, die dem Psychotherapeuten tagtäglich entgegentreten, insbesondere die sogenannten psychosomatischen, schon um deswillen nicht in Betracht käme, weil es sich bei jener ausschließlich um den Vorgang der Individuation oder Selbsterverwirklichung handele. Die Arbeit beschränkt sich jedoch keineswegs darauf, den konkreten Einzelfall und seine Behandlung darzustellen. Der Einzelfall wird vielmehr weitgehend dazu benutzt, um allgemeine Gedankengänge und Erfahrungen zu demonstrieren. Trotz der gedrängten Kürze ist ein Lehrbuch entstanden, das dem Lernenden in seiner wissenschaftlichen Gediegenheit und darstellerischen Ausgewogenheit hilfreich ist.
Neben grundsätzlichen Ausführungen über die psychotherapeutische Arbeit finden sich spezielle Hinweise auf die Bedeutung einzelner Traumsymbole. Die Bezeichnung „Psycho-Analyse“ für die psychotherapeutische Arbeit wird abgelehnt. Die Analyse ist immer nur eine Seite der Psychotherapie; die andere ist die Synthese, die innere Neuordnung. Das reduktive Verfahren bringt noch keine Heilung. Die wirkliche Heilung kommt erst aus der Synthese, d. h. aus neuem Wachstum und sinnvoller Gestaltung. Dieser zweite, synthetische Teil einer vollständigen psychotherapeutischen Arbeit ist jedoch wesentlich der rationalen Bemühung und dem Willen entzogen. Er kommt auf einer ganz anderen Ebene zustande und bezieht seine gestaltenden Kräfte aus der Tiefenschicht des kollektiven Unbewußten. An Hand einzelner Träume bringt der Verfasser eine Fülle von vergleichendem Material aus Sage und Myth