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Das Buch befaßt sich mit dem Sitzenbleiben als dem zentralen Problem
unserer Volksschulen, auf das schon wichtige Einzelarbeiten (Kern u. a.) seit Jahren hingewiesen haben. Mit Hilfe eines sechsseitigen Fragebogens wurden an 348 Volksschulen in 1937 Klassen über 70 000 Kinder untersucht und die Ergebnisse auf Lochkarten eingetragen. Dabei erwiesen sich nahezu 12 000 Kinder als Problemfälle, d. h. Sitzenbleiber und Zurückgestellte. In einer Aufschlüsselung nach 160 Kategorien erzielte, der Verfasser aufschlußreiche Angaben über die Struktur des heutigen Schulkindes und seine Umwelt. Bei einer Auslese von 230 Problemfällen und ebenso vielen Nörmalfällen in Einzeldarstellungen wurde eine genauere Aufgliederung in je 450 Kategorien durchgeführt.
Wenngleich der Prozentsatz der Kinder, die nicht das Ziel der Volksschule erreichten, in einer Großstadt wie Bielefeld von 1900 bis heute von 60% auf 30% absank, so bleibt diese Zahl doch beunruhigend genug und weist auf grundsätzliche Mängel unseres schulischen Ausleseprinzips hin. Die anderen Ortes (Bayern) propagierte Späteinschulung im 7. Lebensjahr erscheint im Zeitalter der Acceleration und Teil-retardierungen, d. h. einer nicht mehr harmonischen leib-seelischen Entwicklung eines großen Teils der Kinder gerechtfertigt, wenn sie auch oft von ehrgeizigen Eltern abgelehnt wird. Hier könnte eine sorgfältige schulärztliche Auslese der Schulanfänger wichtige Dienste leisten. Die Kern schen Untersuchungsergebnisse, wonach mangelnde Schulreife einer der Hauptgründe für das spätere Sitzenbleiben darstellt, werden durch die Untersuchungen des Verfassers bestätigt.
Eine Aufschlüsselung nach den Ursachen des Sitzenbleibens veranschaulicht, daß dem Versagen durchaus nicht immer ein Begabungsmangel zugrunde liegt (nur bei 45%), sondern daß die äußeren Umstände, insbesondere schlechte häusliche Verhältnisse auch eine wesentliche Rolle spielen (bei 35%). Leider sind weniger der Gesamteindruck des Schülers als seine Leistungen in den einze