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Hanselmann, dem wir als anerkannte Autorität für heilpädagogische Fragen wesentliche Bücher zu verdanken haben, gibt hier einen zusammenfassenden Überblick für interessierte Laienkreise. Er nimmt sich besonders der großen Zahl der Mindersinnigen und Krüppel an, die bei der Diskussion um das schwer erzieh bare Kind oft vernachlässigt werden, aber mindestens im gleichen Maße der Hilfe bedürfen. Er stellt das tägliche Wagnis des Trotzdem und Dennoch als Ansporn für diese Kinder in den Vordergrund und plädiert für eine intensive Behandlung in Sonderkindergärten im bildungsfähigsten Kleinkindalter.
Bei Anerkennung der großen Fortschritte, die mit dem psychotherapeutischen Denken seit Freud auch das heilpä dagogische Handeln beeinflußten, sieht Verfasser doch gerade bei vielen seiner Sorgenkinder die relativ engen Grenzen der Bildungsfähigkeit, so bei den verschiedenen Formen des Schwachsinns, aber auch bei der oft nicht sicher abzugrenzenden psychopathischen Konstitution. Wenn Verfasser Kanners Ansicht teilt, daß die Psychopathologie des Kindesalters im wesentlichen die seiner zwischenmenschlichen Beziehungen ist, so erkennt man, wie weit sich hier das ursprünglich schulpsychiatrisch orientierte Denken dem psychotherapeutischen Neurosebegriff genähert hat.
Hanselmann betont den Wert der Familienfürsorge, d. h. einer Sanierung des Milieus. Die Eltern müssen lernen, Distanz zu ihrem „bösen“ Kind zu gewinnen. Er weist auf die Gefahr der Nivellierung, des Soges nach unten in den Erziehungsanstalten hin und befürwortet dort das System der kleinen Familienbildung. Auch in den Erziehungsanstalten müsse viel mehr speziell psychotherapeutisch gearbeitet werden.
Wenn Verfasser in diesem Zusammenhang die ethische Forderung stellt, daß der ärztliche Therapeut auch unter seinen Kindern leben, zumindest aber im Verlaufe der kinderpsychiatrischen Ausbildung eine längere Zeit in einer Erziehungsanstalt gearbeitet haben sollte, dann wird hier auf eine Diskrepanz im heute üblichen distanzier