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Unter den vielfältigen Determinierungen des Bettnäß-Symptoms greift Verfasser eine häufig gemachte Beobachtung heraus, nämlich die Tatsache, daß die physiologische, mit dem Harndrang zusammenhängende Morgenerektion beim kleinen Jungen von den Eltern häufig als Ergebnis sexuellen Spieles gedeutet und entsprechend bestraft wird. Hier stellt eine plötzlich auftretende Enuresis nocturna den Versuch einer Lösung des Konfliktes dar, indem das Kind die Miktion in den Schlaf vorverlegt. Der „Topfkult“ der Erwachsenen bei ihrem Bemühen um die Reinlichkeitsgewöhnung kann einen erheblichen Eingriff in die von Scham diktierte Intimsphäre des Kindes darstellen. Solche Eingriffe werden besonders traumatisierend erlebt, wenn sie von massiven Kastrationsdrohungen begleitet sind, zumal das Kind die angeschuldigte Erektion nicht bewußt abstellen kann. Die Auslösung des nächtlichen Einnässens erfolgt dann durch die das Traumgeschehen besetzenden Angstaffekte des Kindes. Die Angst vor dem Entlarvtwerden führt zum Einnässen, welches immer weiter vorverlegt wird, je häufiger die Erwachsenen das Kind nachts wecken. Die neurotische Fixierung führt letztlich zur Flucht in die Krankheit, womit das Mitleid des Erwachsenen gegenüber dem blasenkranken Kind aufgerufen wird. Selbstverständlich handelt es sich hier nur um eine der vielen möglichen Ursachen der Enuresis, die aber nicht übersehen werden sollte.