You do not currently have permission to view the full text for this document. Please sign in to an account with an active subscription or contact support.
Verfasser berichtet über die psychotherapeutische Arbeit an der Tiefen-brunner Kinderstation, die seit Oktober 1952 53 Kinder (37 Jungen und 16 Mädchen) erfaßte, welche in Gruppen von je 12 Kindern, im Alter von 8-12 Jahren mehrere Monate stationär behandelt wurden. Diese Arbeit, der eine mehrdimensionale Diagnostik im Sinne Kretschmers bzw. Villingers zugrunde gelegt wird, und die intensiv aus analytischer und psychagogi-scher Einzeltherapie, Gruppentherapie, Übungsverfahren, Elternberatung sowie fürsorgerischen Maßnahmen besteht, bemüht sich, die psychogenen Reaktionen weitgehend zu beheben und damit eine Neurosenprophylaxe der Erwachsenen zu betreiben.
Verfasser zeigt an Beispielen, wieviel Sorgfalt auf die von den Eltern zu erhebende biographische Anamnese zu legen ist. Der Aussprache mit den Eltern folgt die Feststellung des körperlichen und seelischen Entwicklungsstandes des Kindes, auf Grund der Zeller-Kretschmer'schen Konstitutionsforschung bzw. der Teste nach Bühler-Hetzer und Binet-Simon, sodann die organische, evtl. neurologisch-internistische Untersuchung des Kindes. Mit der psychischen Untersuchung und Beobachtung erfolgt im Laufe von ein bis zwei Wochen meist eine Klärung des Krankheitsbildes. Weniger eine Analyse als Synthese, d. h. Beherrschung der Triebkräfte und soziale Anpassung sind das Ziel der psychotherapeutischen Behandlung. Oft sind als Haupwiderstand die Eltern in die Behandlung einzubeziehen. Die Behandlung beim Kinde besteht weniger im Bewußmachen als in der Lösung der Spannungen im freien oder gebundenen Spiel, im Zeichnen, Malen und Modellieren. An eindrucksvollen Beispielen von Kindern, die eine charakteristische Verflechtung neurotischer Symptomatik mit psychosomatischen Syndromen wie Asthma, Obstipation, Anorexie u. a. aufweisen, zeigt Verfasser die Vielfalt therapeutischer Möglichkeiten in der Kindertherapie. Verf. gibt etwa 60% Heilerfolge bei seiner Arbeit mit neurotischen Kindern an. Er warnt vor der Aufnahme neurotisch verwahrlos