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Im allgemeinen wird heute unter einer „guten Eltern-Kind-Beziehung“ ein Zustand verstanden, der schlechthin gut ist und keiner näheren Definition bedarf. Demgegenüber wird sich der psychoanalytisch geschulte Erzieher oder Psychiater bei jedem Problem, mit dem er konfrontiert wird, immer wieder fragen müssen: warum und für wen ist es gut? Wenn Eltern ihr Kind im ersten Lebensjahr verwöhnen, sind sie gute Eltern; wenn sie es dann immer weiter verwöhnen, so wird das Kind wohl sehr zufrieden sein — besonders, wenn es das jüngste Kind bleibt —, aber wird es später die Fähigkeit zur Selbstbeschränkung haben? Ein ähnliches Beispiel“: Eltern eines „Fragekindes“, die alle seine Fragen beantworten und ihm alles zeigen, ohne seinem Wissensdurst Zügel anzulegen. Oder andererseits das Kind, das widerspruchslos die Einstellung der Eltern in allen Fragen des öffentlichen und privaten Lebens übernimmt. Zweifellos würden wir ein solches Kind ein „gutes Kind mit einer guten Elternbeziehung“ nennen. Das Kind, das immer nur das am besten findet, was die Eltern ihm geben, oder das allem von zu Hause her nicht Gewohntem ängstlich ausweicht, ist ein anderer Typ des „guten Kindes“. Dies zeigt uns vielleicht schon, daß eine Eltern-Kind-Beziehung nur insoweit wirklich gut zu nennen ist, als sie — in liebevoller Weise — die Sitten und Forderungen der sozialen Umwelt, in der die Familie lebt, dem Verständnis des Kindes nahezubringen vermag. Elternhaus und Schule sind die beiden großen Ordnungsgefüge, in denen die meisten Kinder leben. Wenn das Elternhaus als die frühere Ordnung eine wirkliche Vorbereitung auf die spätere ist, dann bedeutet die Schule nur einen spezielleren Bewährungsort für angebahnte Ideen und Haltungen. Wenn aber das Kind sich in der Schule irgendwelchen Umständen gegenübergestellt findet, die ihm ganz fremd oder die sehr anders sind als wichtige elterliche Haltungen, so wird sich das Kind bedroht fühlen. Dann bekommt es, wenn es dem Lehrer gehorcht, ein Gefühl des Ungehorsa