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Redaktionelle Vorbemerkung:
Bekanntlich erfahren Tonbandregistrierungen im Raume von Psychologie und Psychotherapie in Europa, jedenfalls in Deutschland, immer noch überwiegend Ablehnung. Wenn wir uns trotzdem entschlossen haben, die folgende Arbeit zu publizieren, geschah das nicht allein gemäß unserem Grundsatz, zur Theorie und Methodik der Anthropologie verschiedensten zeitgenössischen Ansätzen Raum zu geben. Teirich berichtet nicht nur über Sinn und Unsinn technischer Hilfsmittel in der Psychotherapie. Seine Arbeit schien uns darüber hinaus geeignet, die Diskussion über Möglichkeiten zu beleben, die in unserem technisierten Zeitalter zur Objektivierung anthropologischer Forschung bereitliegen. Damit wird nicht einer Haltung das Wort geredet, intime humane Prozesse der Technik zu unterwerfen und zu prostituieren. Man kann einem humanen Einbau technischer Hilfsmittel in zwischenmenschlichen Situationen nähertreten, gerade um der vornehmsten Pflicht psychologischer Realitätserforschung zu entsprechen. In diesem Sinne bitten wir unsere Leser um eine möglichst affektfreie und objektive Erwägung des folgenden Erfahrungsberichtes.
Die New Yorker Zeitschrift „Sexology“ brachte „Weihnachten 1954 in einer Sondernummer „Vorschau“ u. a. einen etwas ironisch gefärbten Artikel von Gernsback über die Anwendung technischer Möglichkeiten in der Medizin von morgen; so wurde der Vorschlag zur Diskussion gestellt, in Zukunft nicht mehr den Analytiker persönlich aufzusuchen, sondern sich bei einem psychotherapeutischen Institut anzumelden und dort ein Tonbandgerät zu entleihen. Dieses wird neben die Couch gestellt, eingeschaltet und hält freie Einfälle, Träume usw. fest. Das Band wird dann an das Institut eingesandt, wo es Fachleute abhören, und wenige Tage später erhält der Patient die analytischen Kommentare per Post. Besonders verlockend ist die Aussicht, daß der Therapeut in Zukunft statt 8-12 Patienten („eine bedauerlich geringe Anzahl“) täglich nun wesentlich mehr behandeln und